Anleitung: Bild in Buntglas-Optik

Anleitung: Bild in Buntglas-Optik

In Kirchen oder alten Villen sorgen Buntglas-Fenster für eine wunderschöne Optik. Wenn das Licht durch die vielen bunten Glasstückchen scheint und das Motiv so richtig zum Leuchten bringt, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Ein bisschen von dieser Atmosphäre lässt sich in die eigenen vier Wände holen. Nämlich durch ein Bild, das die Buntglas-Optik imitiert.

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Anleitung Bild in Buntglas-Optik

Und wie so ein Bild angefertigt werden kann, erklären wir in dieser Anleitung!

Die Materialien für ein Bild in Buntglas-Optik

  • Bilderrahmen mit Scheibe ohne Rückwand oder ausgedienter Spiegel

  • Konturenfarbe für Window Color in Gold, Silber oder Schwarz

  • Acrylfarben und Holzleim

  • Pappbecher oder andere, kleine Gefäße zum Anmischen der Farben

  • Klarsichthülle

  • Motivvorlage, ausgedruckt oder selbst gemalt

Wer ein echtes Buntglas-Fenster imitieren möchte, kann natürlich ein altes Fenster als Bildträger verwenden. Vielleicht findet sich auf dem Dachboden, auf dem Flohmarkt oder im Internet so ein Schätzchen. Allerdings sind alte Fenster mit intakten Schreiben und in einem insgesamt passablen Zustand mittlerweile ganz schön teuer.

Und ein schöner Holzbilderrahmen mit Scheibe sieht genauso gut aus. Der Bilderrahmen muss dabei gar nicht komplett sein, denn die Rückwand wird ohnehin nicht benötigt.

Anstelle von einer transparenten Scheibe funktioniert ein Spiegel ebenfalls als Bildträger. Hier scheint das Licht zwar nicht komplett durch. Aber weil das Licht an der Spiegeloberfläche reflektiert wird, ist der Effekt ähnlich, wenn das Bild an der Wand hängt.

Die Anleitung für ein Bild in Buntglas-Optik

Vielleicht hat der eine oder andere noch ein paar Window Color Farben zu Hause. Passen diese zum Motiv, kann er sie selbstverständlich verwenden. Doch falls nicht, ist es nicht notwendig, extra Farben zu kaufen. Denn die Farbtöne, die für das Buntglas-Bild benötigt werden, lassen sich auch selbst anmischen. Nur die Konturenfarbe sollte aus der Tube kommen.

Aber fangen wir vorne an!:

  1. Schritt: ein Motiv auswählen

Zuerst muss ein Motiv für das Bild ausgewählt werden. Ob es ein bildliches Motiv, ein Muster aus grafischen Formen oder ein Bild, das an Mandalas angelehnt ist, wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen.

In Büchern und Zeitschriften, online, direkt in Kirchen und auch in Malbüchern finden sich bestimmt etliche Anregungen.

Ist eine Vorlage oder die richtige Idee gefunden, kann das Motiv entweder von Hand auf Papier gezeichnet oder mit dem Drucker ausgedruckt werden. Dabei sollte das Motiv möglichst so groß sein, dass es die ganze Glas- oder Spiegelfläche abdeckt. Bleibt um das Bild herum ein Rand stehen, sieht das nicht ganz so gut aus.

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  1. Schritt: die Konturen des Motivs malen

Das Bildmotiv wird auf der Klarsichthülle gemalt. Passt das Papier mit der Motivvorlage in die Hülle, kann es einfach dort hineingesteckt werden. Andernfalls die Klarsichthülle mit der Schere aufschneiden und über die Motivvorlage legen.

Anschließend werden die Konturen des Motivs nachgezogen.

Bei traditionellen Buntglas-Fenstern sind die einzelnen Glasstücke mit Blei und Lötzinn miteinander verbunden. Die Tiffany-Glaskunst hingegen verwendet Kupferfolie und Lötzinn.

Je nach Technik und weiterer Bearbeitung sind die Verbindungsnähte dann goldfarben, silbrig oder grünlich-schwarz. Um diese Optik zu imitieren, macht eine Konturenfarbe in Gold, Silber oder Schwarz Sinn. Letztlich entscheidet aber natürlich der persönliche Geschmack über die Umsetzung.

Sind alle Umrisslinien nachzogen, muss die Konturenfarbe trocknen.

  1. Schritt: das Motiv bunt ausmalen

Sind die Umrisse getrocknet, können die Flächen des Bildmotivs eingefärbt werden. Für den gewünschten Farbton dazu Holzleim und Acrylfarbe im Verhältnis 2:1 in ein Gefäß geben und gut miteinander vermischen.

Haben sich die beiden Komponenten homogen miteinander verbunden, kann die Farbe mit einem Pinsel in den jeweiligen Feldern aufgetragen werden. Dabei müssen die Felder nicht unbedingt ganz gleichmäßig ausgefällt sein. Durch leicht unterschiedliche Deckungsgrade sieht das Bild später noch ein bisschen lebendiger aus.

Ist eine Farbe fertig, kann der nächste Farbton angemischt werden. So nach und nach weiterarbeiten, bis alle Felder des Bildmotivs eingefärbt sind. Dann muss das Bild komplett durchtrocknen.

  1. Schritt: das Bild auf dem Bildträger anbringen

Sind die Farben trocken, kann das Bildmotiv vorsichtig von der Folie abgezogen werden. Anschließend wird es auf die Scheibe oder den Spiegel gelegt und behutsam angedrückt. Wichtig dabei ist, dass der Bildträger sauber und fettfrei ist. Andernfalls hält das Bild nicht.

Sollte das Bildmotiv nicht haften wollen, den Bildträger noch einmal gründlich reinigen und dann mit wenig Wasser befeuchten. Auf der leicht feuchten Fläche klebt das Bild an. Helfen kann auch, den Bildträger mit dem Haartrockner etwas zu erwärmen und dann das Bild aufzulegen.

Wer möchte, kann sein Bild jetzt noch in einen Bilderrahmen einlegen und darin fixieren. Dann kann das kleine Kunstwerk auch schon aufgehängt oder gegen die Wand gelehnt werden, und das am besten an einem Platz, wo das Licht direkt auf das Motiv scheint und die Farben so zum Strahlen bringt. Damit ist das Bild in Buntglas-Optik fertig!

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Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunststoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

Ein Gedanke zu „Anleitung: Bild in Buntglas-Optik“

  1. Meine Tochter und ich haben seit Corona das Basteln für uns entdeckt und ich mein inneres Kind!
    Wir haben unfassbar viel Spaß und bereits eine Menge der Anleitung hier selbst realisiert, wir sind schon fast süchtig! 😀

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