Welches Druckverfahren für Aufkleber?

Welches Druckverfahren für Aufkleber?

Ob als Werbemittel, für Kennzeichnungen und Beschriftungen oder als Bastelmaterial: Aufkleber sind an vielen Stellen zu finden und werden für die verschiedensten Zwecke genutzt.

Doch je nachdem, wofür die Aufkleber verwendet und welchem Qualitätsanspruch sie gerecht werden sollen, ist nicht jedes Druckverfahren gleichgut geeignet.

Welches Druckverfahren für Aufkleber?

Bei der Produktion von Aufklebern kommen verschiedene Drucktechniken in Frage. Die gängigsten Verfahren dabei sind der Digitaldruck, der Siebdruck und der Offsetdruck. Welche Drucktechnik die beste Wahl ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Zu diesen Kriterien gehören:

  • die Größe und die Form der Aufkleber
  • die Anforderungen an die Wetterbeständigkeit
  • die gewünschte Beschaffenheit der Druckfolien
  • die Anzahl und die Art der gewünschten Druckfarben
  • die Druckauflage
  • die Möglichkeit zur Personalisierung
  • der Zeitraum bis zur Lieferung

Jedes Druckverfahren hat seine Pluspunkte, aber auch seine Schwächen. So ist der Digitaldruck beispielsweise für sehr große Auflagen nur bedingt geeignet, während die Auswahl an Materialien und Formen im Offsetdruck begrenzt ist.

 

Aufkleber im Digitaldruck

Werden die Aufkleber im Digitaldruck produziert, wird die Druckdatei direkt vom Computer an die Druckmaschine übermittelt. Einen Zwischenträger gibt es nicht. Dabei arbeiten die Digitaldrucksysteme größtenteils mit der Tintenstrahltechnik. Im Prinzip ist der Digitaldruck somit mit dem Drucken zu Hause vergleichbar. Auch hier wird nämlich die Datei direkt vom Computer an den heimischen Drucker übertragen und mittels Tintenstrahl aufs Papier gebracht.

Zu den größten Stärken des Digitaldrucks gehört seine Flexibilität. Das Zusammenspiel aus effizienter Software und modernsten Druckmaschinen macht es möglich, schnell und kostengünstig hochwertige Aufkleber für den Innen- und den Außenbereich zu produzieren. Kleine Auflagen sind dabei genauso möglich wie größere Stückzahlen oder personalisierte Sticker. Schneideplotter können die Aufkleber anschließend in so gut wie jede Größe und Form bringen.

Was die Druckfarben angeht, so kommen meist Tinten auf Lösemittelbasis zum Einsatz. Bei einer Auflösung von bis zu 1.440 dpi können fotorealistische Bilder gedruckt werden. Die Aufkleber sind wetterfest und UV-beständig. Im Außenbereich liegt ihre Haltbarkeit bei etwa drei Jahren. Durch die Beschichtung mit einem Schutzlaminat lässt sich die Haltbarkeit auf etwa fünf Jahre erhöhen. Typische Produkte, die im Digitaldruck entstehen, sind klassische PVC-Aufkleber, Werbeaufkleber und Autoaufkleber.

Bei einer Bestückung der Druckmaschinen mit lösemittelbasierten Tinten wird auch von ECO-Solvent gesprochen. Eine vergleichsweise junge Alternative dazu ist der Digitaldruck mit UV-härtenden Tinten. Im Unterschied zum Lösemittel-Digitaldruck, bei dem die Tinte durch Wärme trocknet, wird die Tinte beim UV-Digitaldruck direkt nach dem Farbauftrag durch UV-Strahlung getrocknet.

Ein großer Pluspunkt des UV-Digitaldrucks ist, dass damit auch der Einsatz von weißer Druckfarbe und Effektlacken möglich ist. Aufkleber im UV-Digitaldruck sind unempfindlich gegenüber Flüssigkeiten und Reinigungsmitteln, kratzbeständig und halten der Witterung im Außenbereich etwa drei Jahre lang stand. Im UV-Digitaldruck werden hauptsächlich Effektaufkleber, Hinterglasaufkleber und Sicherheitsaufkleber hergestellt.

 

Aufkleber im Siebdruck

Der Siebdruck gehört zu den Klassikern unter den Druckverfahren. Durch den modernen Digitaldruck hat er zwar etwas an Boden verloren, ist aber nach wie vor sehr beliebt und weit verbreitet. Der Siebdruck wird manchmal auch als Durchdruck bezeichnet. Dass liegt daran, dass die Grafikelemente, die gedruckt werden sollen, farbdurchlässig sind. Die Druckfarbe wird mit einem Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe, das sogenannte Sieb, auf die Aufkleberfolie aufgetragen. Die Stellen, die nicht eingefärbt werden sollen, werden auf dem Sieb mit einer Schablone abgedeckt. Dadurch sind sie für die Farbe undurchlässig.

Zu den großen Stärken des Siebsdrucks gehört die riesige Auswahl an Druckfarben. Neben Volltonfarben können im Siebdruck auch Spezial- und Effektfarben wie beispielsweise Metallicfarben, Leuchtfarben, Duftlacke und vieles mehr zum Einsatz kommen. Auch was die Druckmaterialien und die Aufkleberformate angeht, sind beim Siebdruck so gut wie keine Grenzen gesetzt. Je nach gewünschter Form werden die Aufkleber mit Schneideplottern zugeschnitten oder mit speziellen Formen ausgestanzt. Je nach Druckfarben und Aufkleberfolie liegt die Haltbarkeit von Siebdruck-Aufklebern im Außenbereich in einem Bereich zwischen drei und sieben Jahren.

Wirtschaftlich wird der Siebdruck aber meist erst bei größeren Stückzahlen. Denn für die Produktion sind einige Vorarbeiten notwendig. So müssen das Sieb und verschiedene Schablonen angefertigt werden. Für jede Farbe des Motivs ist ein eigener Druckdurchlauf notwendig. Daher hängen auch die Kosten davon ab, wie aufwändig der Druck des Motivs ist. Zudem dauert die Produktion im Siebdruck länger als bei Aufklebern im Digitaldruck.

 

Aufkleber im Offsetdruck

Bei mittleren und großen Auflagen fällt die Wahl oft auf den Offsetdruck. Diese Drucktechnik zählt zur Gruppe der indirekten Flachdruckverfahren. Durch den indirekten Druck kommen die Druckplatte und die Aufkleberfolie nicht miteinander in Kontakt. Stattdessen werden die Druckfarben auf einen Gummizylinder aufgetragen und damit auf die Folie gedruckt.

Im Offsetdruck können fotorealistische Motive umgesetzt werden. Das erfolgt im sogenannten 4 c-Raster. Dabei sind die Druckmaschinen mit den vier Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz bestückt. Oft kommt noch ein fünftes Druckwerk dazu, das einen Schutzlack aufbringt. Als Alternative zu den herkömmlichen, lösemittelbasierten Offsetfarben können UV-reaktive Farben eingesetzt werden. Sie trocknen nicht durch Wärme, sondern durch die Bestrahlung mit UV-Licht. Dadurch sind sie UV- und witterungsbeständiger.

Insgesamt sind Aufkleber im Offsetdruck aber in erster Linie für den Innenbereich geeignet. Denn selbst nach einer Beschichtung mit Schutzlack halten die Aufkleber im Außenbereich kaum länger als ein Jahr. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Aufkleber im Sammeldruck auf große Bögen gedruckt werden. Damit die Bögen möglichst optimal ausgenutzt werden können, ist die Auswahl an Größen und Formen begrenzt. Zudem gibt es die Bögen oft nur als weiße oder transparente Folien. Und weil sowohl die Druckplatten als auch die Stanzformen angefertigt werden müssen, nimmt der Offsetdruck etwas Zeit in Anspruch.

 

Die Druckverfahren für Aufkleber im direkten Vergleich

Um die gängigsten Druckverfahren für Aufkleber besser miteinander vergleichbar zu machen, haben wir die wichtigsten Merkmale in der folgenden Tabelle noch einmal als Übersicht zusammenstellt.

 

Merkmale / Druckverfahren Digitaldruck Siebdruck Offsetdruck
Drucktechnik fotorealistischer Druck im 4 c-Raster Schablonendruck mit einem Druckdurchlauf pro Farbe fotorealistischer Druck im 4 c-Raster
Sonderfarben möglich möglich nicht möglich
Größe und Form jedes beliebige Format umsetzbar fast jedes Format umsetzbar oft nur bestimmte Formate umsetzbar
Druckmaterialien große Auswahl große Auswahl nur Standardmaterialien
Haltbarkeit im Außenbereich 3 bis 5 Jahre 3 bis 7 Jahre max. 1 Jahr
Produktion schnell, flexibel und kostengünstig Vorarbeiten notwendig Vorarbeiten notwendig und Sammeldruck
Druckauflage klein bis mittel mittel und groß mittel und groß

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Veröffentlicht von

Redaktion

Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunsstoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.