PVC und EPDM Teichfolie im Vergleich

PVC und EPDM Teichfolie im Vergleich 

Wer einen Teich im eigenen Garten anlegen möchte, kann aus einer Vielzahl von Teichfolien wählen. Doch welche Teichfolie ist die richtige? PVC und EPDM Teichfolie – ein Vergleich.

Ob Zierteich, Fischteich oder Badeteich: Ein Teich im eigenen Garten kann ein echtes Highlight sein. Doch damit die Freude an dem Schmuckstück lange anhält, muss die richtige Teichfolie ausgewählt und zudem fachmännisch verarbeitet werden. Nur: Welche Teichfolie ist die beste Wahl für den eigenen Gartenteich? Welche Vor- und Nachteile bieten die verschiedenen Folienarten? Und worauf gilt es bei der Verarbeitung zu achten?

 

PVC und EPDM Teichfolie im Vergleich

Die Teichfolie sorgt dafür, dass der Teich tatsächlich ein Teich wird und bleibt. Ohne die Teichfolie würde das Wasser wieder im Boden versickern und das Loch irgendwann zuwachsen. Irgendeine beliebige Folie ist als Teichfolie aber nicht geeignet. Denn die Folie im Teich muss verschiedenen Anforderungen gerecht werden. So muss sie reißfest, dehnbar und frostsicher sein. Außerdem muss sie Wurzeln und Pflanzen sicher zurückhalten.

Hinzu kommt, dass Teichfolie möglichst langlebig sein muss, denn der Teichbesitzer möchte ja viele Jahre lang Freunde an seinem Teich haben. Nicht zuletzt muss außerdem sichergestellt sein, dass die Folie keine Inhaltsstoffe enthält, die für Flora und Fauna giftig sind.

Wenn ein Teich angelegt werden soll, muss es also tatsächlich eine echte Teichfolie sein. Dabei sind Teichfolien in verschiedenen Varianten und aus unterschiedlichen Materialien erhältlich. Die beiden gängigsten Materialien sind Polyvinylchlorid, kurz PVC, und Ethylen-Propylen-Dien-Monomer, kurz EPDM. Und diese beiden Teichfolienarten wollen wir uns im Folgenden einmal etwas näher anschauen.

 

PVC Teichfolie

Für den Bau von Gartenteichen kommt am häufigsten Teichfolie aus PVC zum Einsatz. PVC wird seit den 1930er-Jahren hergestellt und auch für beispielsweise Bodenbeläge oder Kabelisolierungen genutzt. Früher hatte PVC in Sachen Umweltfreundlichkeit einen schlechten Ruf. Doch kontinuierliche Weiterentwicklungen haben dazu geführt, dass PVC inzwischen nicht nur umweltverträglich ist, sondern sogar recycelt werden kann.

Zu den großen Stärken von Teichfolien aus PVC gehört die unkomplizierte Handhabung. PVC Teichfolien sind sehr dehnbar und weisen eine hohe Festigkeit auf. Dadurch passen sie sich problemlos dem Untergrund an, selbst wenn dieser uneben ist. Hinzu kommt, dass PVC Teichfolie keine besondere Pflege erfordert und auch vom Laien bei Bedarf ausgebessert oder repariert werden kann. So kann die Folie verschweißt, mit Heißluft ausgebessert oder mit speziellen Aufklebern überklebt werden.

PVC Teichfolie ist frostsicher, für alle Lebewesen unbedenklich, undurchlässig gegenüber Wurzeln und sehr beständig gegen Alterung. Dass diese Eigenschaften vorhanden sind, wird durch eine Produktion gemäß DIN 16938 sichergestellt. Wird die PVC Teichfolie zusammen mit einem geeigneten Vlies ausgelegt, beträgt die durchschnittliche Lebensdauer 20 Jahre. Ein weiterer Pluspunkt ist der Preis. Denn Teichfolie aus PVC ist deutlich kostengünstiger als Teichfolie aus EPDM.

Ein Minuspunkt der PVC Teichfolie ist ihr Gewicht. So bringt eine 0,5 Millimeter starke PVC Teichfolie rund 0,6 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Waage, bei einer 1,5 Millimeter starken PVC Teichfolie wiegt der Quadratmeter etwa 1,9 Kilogramm. Außerdem reagiert Teichfolie aus PVC recht empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung.

Im Uferbereich sollte die Folie deshalb immer mit Sand, Kies, Steinen oder Pflanzen bedeckt sein. Beim Kauf ist es zudem ratsam, auf eine UV-stabilisierte Teichfolie zurückzugreifen. Ein weiterer Nachteil ist, dass Teichfolie aus PVC erst geschmeidig wird, wenn die Temperatur über zehn Grad Celsius liegt. Bei kühlerer Witterung muss der Teichbau deshalb verschoben werden.

EPDM Teichfolie

EPDM ist ein synthetischer Kautschuk. Teichfolie aus diesem Material dichtet die Fläche äußerst zuverlässig ab. Dies liegt unter anderem daran, dass Teichfolie aus EPDM extrem dehnbar, weich und flexibel ist. Dadurch schmiegt sie sich regelrecht an jeden Untergrund an. Auch was die Beständigkeit gegenüber UV-Strahlen angeht, kann EPDM Teichfolie punkten. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Teichfolie aus EPDM keinerlei Weichmacher enthält.

Dadurch ist die Teichfolie besonders umweltverträglich und selbst für sensible Fische und empfindliche Pflanzen völlig unbedenklich. Hinzu kommt, dass EPDM Teichfolie bei Temperaturen bis zu minus 45 Grad Celsius geschmeidig bleibt. Selbst im Winter könnte der Gartenteich also angelegt werden. Die durchschnittliche Lebensdauer von EPDM Teichfolie liegt bei gut 30 Jahren. Damit ist diese Teichfolie langlebiger als ihr Gegenstück aus PVC.

Der größte Minuspunkt von EPDM Teichfolie ist, dass der Teichbesitzer mögliche Reparaturarbeiten nicht selbst vornehmen kann. Denn um Schäden zu beheben, ist Spezialwerkzeug vom Profi notwendig. Ein weiterer Nachteil ist der Preis, der bei Teichfolie aus EPDM doch ein ganzes Stück höher ausfällt als bei PVC Teichfolie.

 

Die richtige Größe und Stärke von Teichfolie

Beim Teichbau müssen viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. So spielen nicht nur die Form, die Größe und die Tiefe des Teiches eine Rolle, sondern auch seine Lage und die gewünschte Nutzung. Ein reiner Zierteich beispielsweise muss anders angelegt werden als ein Teich für Fische oder ein großer Schwimmteich. Wenn es um die Wahl der Teichfolie geht, sind die Größe und die Tiefe des Teiches aber die wichtigsten Kriterien.

Von der Größe und der Form des Teiches hängt ab, wie groß die Teichfolie sein muss. Dabei lässt sich die benötigte Foliengröße am sichersten ermitteln, indem die längste und die breiteste Seite des Teiches ausgemessen werden. Zu diesen Maßen wird dann jeweils ein Meter für den Teichrand hinzugefügt. Im Fachhandel werden Teichfolien in unterschiedlichen Breiten angeboten. Daneben kann sich der Teichbesitzer seine Teichfolie auf Maß anfertigen lassen. Dadurch ist die Folie an einem Stück und umständliche Schweißarbeiten entfallen.

Die Tiefe des Teiches bestimmt über die erforderliche Folienstärke. Grundsätzlich gilt, dass die Teichfolie nicht direkt auf dem Untergrund verlegt werden sollte. Stattdessen sollte zuerst eine etwa fünf Zentimeter dicke Sandschicht eingefüllt und darüber ein Vlies ausgelegt werden. Dadurch ist die Teichfolie vor Beschädigungen durch spitze Steine oder Wurzeln zuverlässig geschützt.

Was die Folienstärke angeht, so gilt, dass für kleine Teiche mit einer Tiefe von weniger als 70 Zentimetern eine 0,5 Millimeter starke Teichfolie ausreicht. Ist der Teich tiefer, sollte die Teichfolie mindestens einen Millimeter stark sein. Bei großen Teichen, Teichen mit einer Tiefe von mehr als 1,5 Metern und bei Teichen mit wertvollen Fischen und Pflanzen sollte der Teichbesitzer zu einer 1,5 Millimeter starken Teichfolie greifen.

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