Selbstklebende Folie blasenfrei anbringen – Anleitung, Tipps und Tricks

Selbstklebende Folie blasenfrei anbringen – Anleitung, Tipps und Tricks

Mit selbstklebenden Folien entstehen schnell, kostengünstig und vergleichsweise unkompliziert pflegeleichte Oberflächen, die zudem auch noch dekorativ aussehen. Doch damit der gewünschte Effekt eintritt und dauerhaft erhalten bleibt, müssen die Folien sauber und ordentlich aufgezogen werden. Wir geben in diesem Beitrag eine Anleitung und verraten Tipps und Tricks, wie sich eine selbstklebende Folie blasenfrei anbringen lässt.

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Selbstklebende Folie blasenfrei anbringen - Anleitung, Tipps und Tricks

Für diese Flächen eignen sich selbstklebende Folien

Selbstklebende Folien gibt es für verschiedene Anwendungen. So können sie zum Beispiel Möbeln zu einem neuen Aussehen verhelfen oder dekorative Verzierungen auf schlichte, langweilige Wände zaubern.

Andere Folien sorgen für einen Sonnenschutz auf Fensterscheiben, werten triste Fliesen optisch auf oder nehmen Glastüren etwas Transparenz, um neugierige Blicke abzuschirmen.

Dabei ist der Vorteil von einer Folie, dass sie sich einfach und zügig anbringen und später auch wieder ohne nennenswerte Rückstände entfernen lässt. Gerade an Fenstern, Türen und Fliesen in einer Mietwohnung kann das sehr wichtig sein.

Doch auch im Eigenheim kann eine selbstklebende Folie als interessante Alternative zu umfangreicheren und teuren Renovierungsarbeiten infrage kommen.

Damit die Folie gut aussieht und vernünftig hält, sollten beim Kauf aber ein paar Dinge beachtet werden. So ist zunächst einmal wichtig, die richtige Folie auszuwählen. Nicht jede Klebefolie eignet sich für alle Anwendungen. Eine Möbelfolie zum Beispiel ist nicht dafür gedacht, auf den Fliesen im Badezimmer oder an einer Fensterscheibe zu kleben.

Außerdem gilt:

  • Glatte und ebene Flächen sind der ideale Untergrund für selbstklebende Folien.

  • Es macht nichts, wenn eine Fläche leicht gewölbt ist. Ist sie hingegen wie eine Kugel stark nach innen oder außen gebogen, ist es nahezu unmöglich, die Folie anzubringen.

  • Je glatter die Oberfläche des Untergrunds ist, desto besser haftet eine selbstklebende Folie darauf.

Selbstklebende Folie blasenfrei anbringen – eine Anleitung

Das Aufziehen einer Folie gliedert sich in mehrere Schritte. So muss der Untergrund zunächst vorbereitet werden. Anschließend wird die Folie zugeschnitten, dann angebracht und zum Schluss an den Rändern begradigt.

Aber hier die einzelnen Arbeitsgänge ausführlich Schritt für Schritt:

  1. Den Untergrund vorbereiten

Damit die klebende Rückseite der Folie richtig haften kann, braucht sie einen vollkommen schmutz-, staub- und fettfreien Untergrund. Staub lässt sich entweder mit dem Staubsauger entfernen oder mit einem feuchten Tuch abwischen. Je nach Oberfläche kann auch das Abblasen mit Druckluft zum Ziel führen.

Normale Verschmutzungen verschwinden, wenn die Oberfläche mit einer Mischung aus Wasser und Allzweckreiniger, Spülmittel oder Essigreiniger geputzt wird. Rückstände von Ölen und Fetten können mit Spiritus oder Universalverdünnung entfernt werden.

Allerdings kann Verdünnung eine lackierte Oberfläche anlösen. Deshalb muss die Fläche gut ablüften, damit die Klebefähigkeit der Folie nicht beeinträchtigt wird.

Auf strukturierten Oberflächen wie zum Beispiel rauen Möbelfronten, Raufasertapeten oder geriffelten Metallblechen hält Klebefolie nur schlecht. Solche Flächen sollten deshalb durch Abschleifen oder Spachteln geglättet werden.

Gleiches gilt bei Flächen, die beschädigt sind oder bei denen der Lack abblättert. Auch hier sollten lose Teilchen entfernt und tiefe Kratzer oder Löcher aufgefüllt werden.

Je dünner eine Folie ist, desto stärker zeichnen sich Fremdkörper wie Sandkörnchen oder Haare ab. Wichtig ist deshalb, die Fläche vor dem Aufziehen der Folie wirklich gründlich zu säubern.

  1. Die Folie zuschneiden

Einige Klebefolien sind bereits zugeschnitten. Das gilt zum Beispiel für Fliesenfolien oder Folien, die direkt auf Maß bestellt wurden. Ansonsten ist der Zuschnitt auf das benötigte Format recht einfach.

Denn auf der Folienrückseite befindet sich das Trägerpapier, auf das in aller Regel ein Raster aufgedruckt ist. Anhand dieser Linien lassen sich die Schnittkanten gut ausmessen und anzeichnen.

Hat die Klebefolie ein bestimmtes Muster oder Motiv, das beim Zuschnitt beachtet werden muss, werden die Schnittkanten auf der Vorderseite markiert. Dazu am besten einen weichen Bleistift verwenden. Bei glänzenden Folien eignet sich auch ein Folienstift, der abwischbar ist.

Für das Anzeichnen und den Zuschnitt sollte die Klebefolie auf einer harten, glatten und ebenen Fläche ausgerollt werden. Ist der Untergrund weich, strukturiert oder gemasert, können sowohl der Stift als auch das Schneidewerkzeug zu leicht abrutschen, weil sie der Struktur folgen.

Der Zuschnitt gelingt am besten mit einem Cuttermesser oder einem Skalpell. Dazu ein langes Lineal an der Schnittkante anlegen und mit dem Messer daran entlangfahren. Alternativ kann die Klebefolie auch mit einer scharfen Schere zugeschnitten werden.

  1. Die Folie aufziehen

Zum Anbringen der Folie das Trägerpapier auf der Rückseite ungefähr drei Zentimeter breit abziehen und scharf umknicken. Anschließend den Folienzuschnitt ausrichten und die Klebefläche auf dem Untergrund andrücken. Je nach Fläche die Folie dabei nicht bündig anlegen, sondern etwas über die Kanten überstehen lassen.

Dann das Schutzpapier ein weiteres Stück abziehen und die Folie gleichzeitig über die gesamte Breite andrücken. Dazu am besten mit einem weichen Tuch über die Fläche reiben. Auf diese Weise nach und nach die gesamte Folie aufziehen.

Bei größeren Flächen ist es ratsam, den Untergrund leicht mit Wasser zu benetzen. Durch die Feuchtigkeit lässt sich die Folie für notwendige Korrekturen wieder abziehen und neu aufkleben.

  1. Luftblasen herausstreichen

Auch wenn beim Aufkleben gleichmäßig über die ganze Breite der Folie gerieben wurde, kann es passieren, dass sich ein paar Luftblasen gebildet haben. Um sie zu entfernen, kommt ein Rakel zum Einsatz. Wer kein Rakel hat, kann eine Plastikkarte oder ein kurzes Lineal nehmen und mit einem weichen Tuch umwickeln.

Mit dem Rakel nun von der Mitte zu den Rändern hin über die Folie fahren. Auf diese Weise werden die Luftblasen herausgestrichen. Luftblasen, die sich so nicht entfernen lassen, werden mit einer spitzen Nadel aufgestochen. Anschließend die Folie zum Loch hin andrücken.

  1. Ränder abschneiden

Ist die ganze Folie aufgezogen, werden zum Schluss noch überstehende Ränder abgeschnitten. Bei geraden Kanten die Folie mit einem Cuttermesser gerade und bündig abschneiden. Sind die Kanten abgerundet, ein Lineal anlegen und die Folie so abtrennen, dass sie mit wenigen Millimetern Abstand zur Kante endet.

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Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunststoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

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