Folien im Garten + Anleitung für ein DIY-Frühbeet, 1. Teil

Folien im Garten + Anleitung für ein DIY-Frühbeet, 1. Teil 

Auch im Garten kommen verschiedene Folien zum Einsatz. Und mit ein paar Holzbrettern und etwas Folie kann der Hobbygärtner ganz einfach ein DIY-Frühbeet bauen.

Wenn der Hobbygärtner die Erntezeit verlängern oder im Idealfall gleich das ganze Jahr über Obst, Gemüse, Kräuter oder Blumen haben möchte, braucht er nicht unbedingt ein Gewächshaus dafür. Auch Folien, Vliese und Frühbeete leisten wertvolle Dienste. Doch welche Folien werden eigentlich im Garten verwendet? Und wie kann der Hobbygärtner ein Frühbeet selbst bauen? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende, zweiteilige Ratgeber.

Hier ist Teil 1!

 

Folien im Garten

Eine Foliendecke sorgt weit über die eigentliche Erntezeit hinaus für ein günstiges Kleinklima. Denn unter der Folie entsteht eine höhere Boden- und Luftfeuchtigkeit. Kalte Winde werden abgehalten und die Wärme, die tagsüber aufgenommen wurde, bleibt erhalten. Außerdem schützt die Folie die Pflanzen vor ausgiebigen Regenfällen, Hagel und Sturm. Nebenbei hält die Folie auch Schädlinge fern. Unter ihrem Foliendach können die Pflanzen also gut wachsen und gedeihen.

In der einfachsten Form wird eine transparente, etwa 0,05 Millimeter dicke Flachfolie aus PE oder PVC verwendet. PE-Folien sind lichtdurchlässig, isolieren gut und sind sehr elastisch. Allerdings lassen die UV-Strahlen des Sonnenlichts PE-Folien mit der Zeit spröde und brüchig werden. Widerstandfähiger und haltbarer sind deshalb UV-stabilisierte PE-Folien. Ein Pluspunkt von PE-Folien ist, dass sie nahezu rückstandsfrei entsorgt und zum Teil sogar recycelt werden können. Aus Umweltschutzgründen sind PE-Folien deshalb PVC-Folien vorzuziehen. Folien aus PVC wiederum sind fester und steifer. Sie sind undurchlässig für UV-Strahlen, wodurch sie länger elastisch bleiben und insgesamt nicht so schnell altern. PVC-Folien haben oft eine leicht orange-gelbliche Tönung.

Wenn sich der Boden ungefähr im März oder April ein wenig erwärmt hat, kann eine Gartenfolie flach über einem Beet ausgebreitet werden. Darunter können dann die ersten Pflanzen ausgesät oder eingepflanzt werden. Auch im Herbst sorgt eine Foliendecke für eine längere Erntezeit. Denn die Gartenfolie hält leichte Fröste von bis zu fünf Grad minus ab. Wichtig ist aber, dass die Folie Löcher oder Schlitze hat. Andernfalls werden die Luft, die Feuchtigkeit und die Temperaturen unterhalb und außerhalb der Folie nicht genügend ausgetauscht. Die Folie davon kann sein, dass die abgedeckten Pflanzen faulen oder bei stärkerem Sonnenschein verbrennen. Je nach Art der Folie werden verschiedene Gartenfolien voneinander unterschieden.

 

Lochfolien

Lochfolien haben, wie der Name bereits angedeutet, kleine Löcher. Je nach Hersteller schwankt die Zahl der Ausstanzungen. Grundsätzlich sollte aber eine Folie verwendet werden, die mindestens 500 Löcher pro Quadratmeter hat. Durch die kleinen Öffnungen kann überschüssige Feuchtigkeit entweichen. Schimmel und Fäulnis werden dadurch zuverlässig verhindert.

Lochfolien sind nicht dehnbar. Damit die Pflanzen genug Platz zum Wachsen haben, müssen die Folien deshalb sehr locker über dem Beet ausgebreitet werden. Erde, Bretter, Stangen, Steine oder Haken an den Rändern verhindert, dass die Folie bei stärkerem Wind abgehoben wird oder gar wegfliegt.

An warmen, sonnenreichen Tagen muss die Folie gelüftet werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es unter der Folie so warm wird, dass die Pflanzen Schaden nehmen. Zum Lüften wird die Folie am besten vormittags, wenn die Temperaturen schon recht mild sind, beiseite genommen. Bevor der Boden am späten Nachmittag zu stark abkühlt, wird die Folie dann wieder ausgebreitet. Ein Gießen ist nur dann notwendig, wenn es lange nicht geregnet hat. Unter der Folie bleibt die Bodenfeuchtigkeit nämlich weitgehend gleich.

Die Lochfolie bleibt solange auf dem Beet, wie es die Witterung verlangt. Sobald die Pflanzen größer sind, kann die Folie entfernt werden. Die Pflanzen halten die Witterung dann nämlich aus und die Folie würde nur ihr Wachstum behindern. Spätestens drei Wochen vor der Ernte wird die Folie auf jeden Fall entfernt. Dabei sollte das Abnehmen am besten an einem milden und windstillen Tag erfolgen. Dadurch ändern sich die Bedingungen für die Pflanzen nicht schlagartig. Im Herbst kann die Lochfolie solange auf dem Beet bleiben, bis die letzten Pflanzen ausgereift sind. Nach dem Gebrauch wird die Folie gereinigt, gesäubert, aufgerollt und bis zu ihrem nächsten Einsatz dunkel gelagert.

 

Schlitzfolien

Im Unterschied zu Lochfolien sind Schlitzfolien dehnbar. Weil sie sich dem Wachstum der Pflanzen anpassen, werden sie auch wachsende oder mitwachsende Folien genannt. Schlitzfolien haben etwa 35.000 winzige Schlitze pro Quadratmeter. Diese Schlitze sind zunächst dicht verschlossen und so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu sehen sind. Später, wenn die Pflanzen dann wachsen, öffnen sich die Schlitze immer weiter, bis die Folie schließlich wie eine Art Netz über den Pflanzen liegt.

Ein großer Vorteil von Schlitzfolien gegenüber Lochfolien besteht darin, dass sich die Schlitze erst allmählich, abgestimmt auf das Wachstum der Pflanzen dehnen. Dadurch erfolgt der Luft-, der Temperatur- und der Feuchtigkeitsausgleich so, wie es die Pflanzen in ihrem aktuellen Wachstumsstadium brauchen. Gleichzeitig muss die Folie nicht gelüftet werden, sondern kann sogar bis zur Ernte auf dem Beet bleiben. Ein weiterer Vorteil ist, dass Regen durch die Schlitze gleichmäßig in den Boden gelangt. Und auch zum Gießen muss die Folie nicht abgenommen werden.

 

Vliese

Vliese sind lockere, textilähnliche Gespinste aus Kunststoffen wie PE oder PP. Sie bieten ähnliche Vorteile wie Loch- und Schlitzfolien und werden auch ähnlich gehandhabt. Vliese lassen Luft und Wasser durch. Außerdem schützen sie die Pflanzen vor Frost. Denn Wassertropfen, die sich auf der Innenseite niederschlagen, gefrieren und bilden so eine natürliche Isolierschicht. Allerdings sind Vliese nur bedingt dehnbar. Deshalb müssen sie wie Lochfolien recht locker ausgebreitet werden.

Neben der hohen Reißfestigkeit ist das geringe Gewicht ein großer Pluspunkt von Vliesen. Während eine Lochfolie um die 50 Gramm pro Quadratmeter auf die Waage bringt, wiegt ein Vlies gerade einmal acht bis 17 Gramm pro Quadratmeter. Das feine Gespinst sorgt außerdem dafür, dass selbst kräftiger Wind einem Vlies nicht viel anhaben kann.

Im Frühjahr werden Vliese verwendet, um junge Pflanzen vor kalter Witterung zu schützen. Im Frühsommer helfen Vliese empfindlichen Pflanzen dabei, kühle Perioden unbeschadet zu überstehen. Und im Herbst werden Vliese ausgebreitet, um späte Pflanzen vor einer Austrocknung und vor Frost zu bewahren.

 

Mulchfolien

Um zu mulchen, kann der Hobbygärtner natürliche Materialien wie Laub, Stroh oder Kompost verwenden. Eine Alternative dazu sind Mulchfolien. Diese speziellen Folien sind schwarz und werden im Gartenbedarf als Mulch-, Erdbeer- oder Gurkenfolien angeboten. Mulchfolien werden auf dem Boden ausgebreitet, damit die Feuchtigkeit und die Wärme länger im Boden erhalten bleiben. Nebenbei unterdrücken Mulchfolien lästiges Unkraut.

Die Mulchfolie wird etwa ab April auf dem Beet ausgebreitet und an den Rändern beschwert. Anschließend werden kreuzweise Schlitze in die Folie geschnitten. An diesen Stellen werden dann die Pflanzen eingesetzt. Eine Alternative zu Mulchfolien sind Mulchdecken aus Papier oder Textilfasern. Sie werden im Laufe der Zeit von den Organismen im Boden zersetzt und für Humus verwendet.

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