Infos und Tipps zu Spiegelfolie am Fenster, Teil 2

Infos und Tipps zu Spiegelfolie am Fenster, Teil 2

Große Fenster, die viel Licht in die Räume lassen und für einen freien Blick nach draußen sorgen, sind einerseits eine schöne Sache. Andererseits können sie dazu führen, dass sich die Räume so stark aufheizen, dass das Wohnklima leidet. Ein weiterer Aspekt ist, dass neugierige Blicke von Nachbarn und Passanten nicht besonders angenehm sind. Schließlich soll die Wohnung ein Rückzugsort sein, der ungestörte Privatsphäre bietet und an dem der Bewohner ganz er selbst sein kann. Dunkle Kammern bieten aber auch keinen Wohnkomfort.

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Infos und Tipps zu Spiegelfolie am Fenster, Teil 2

Wie also lässt sich dieses Dilemma lösen? Abhilfe können Spiegelfolien schaffen. An den Fenstern angebracht, sorgen sie für Sonnen-, Hitze- und Sichtschutz. Bleibt aber die Frage, für welche Fenster sich solche Folien eignen und worauf es bei der Montage zu achten gilt.

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir Infos und Tipps zu diesem Thema zusammengestellt. Dabei haben wir in Teil 1 beantwortet, was Spiegelfolien genau sind, welche Effekte sie haben und an welcher Seite vom Fenster sie montiert werden.

Hier ist Teil 2!:

Darf ein Mieter Spiegelfolie am Fenster anbringen?

Vor allem große Fensterfronten, die nach Süden oder Westen ausgerichtet sind, können im Sommer zum echten Problem werden. Denn im Zimmer kann sich die Hitze stauen und das Sonnenlicht kann so blenden, dass Fernsehschauen, Arbeiten am Bildschirm oder Schlafen unmöglich wird.

Die Fensterscheiben durch Isolierglas zu ersetzen oder gleich das ganze Fenster auszutauschen, wäre natürlich eine mögliche Lösung. Allerdings können solche Maßnahmen ganz schön ins Geld gehen. Und in einer Mietwohnung würde ein Mieter, selbst wenn er das Okay des Vermieters hätte, diesen Aufwand vermutlich nicht betreiben.

Spiegelfolie scheint da ein praktische Alternative zu sein. Schließlich lässt sie sich schnell und einfach montieren. Sie stellt einen wirksamen Hitze- und Blendschutz bereit, sorgt zusätzlich für einen Sichtschutz und lässt sich später wieder problemlos entfernen.

Ganz so einfach ist es dann aber doch wieder nicht. Die meisten Spiegelfolien sind für die Montage an der Außenseite vorgesehen. Wenn die Folie außen angebracht wird, handelt es sich aber um eine Veränderung an der Mietsache.

Das liegt daran, dass an den Rändern oft eine spezielle Abdichtung notwendig ist, damit die Spiegelfolie Witterungseinflüssen standhält. Im Unterschied zur Folie lässt sich die Abdichtung nicht immer ohne Rückstände entfernen.

Für den Mieter bedeutet das, dass er sich die Zustimmung des Vermieters einholen muss, wenn er eine Spiegelfolie außen am Fenster anbringen möchte. Und der Vermieter hat das Recht, sein Okay zu verweigern.

Keine Probleme hingegen dürfte es geben, wenn sich der Mieter für eine Spiegelfolie entscheidet, die auf der Innenseite angebracht wird. Weil diese Folien keine Abdichtungen erfordern, können sie ohne Spuren wieder abgezogen werden.

Ein Sonderfall sind lediglich Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen.  Bei denkmalgeschützten Gebäuden darf die Optik der historischen Fassade nicht verändert werden.

Doch genau das passiert durch Folien, die die Scheiben stark abdunkeln oder spiegeln lassen. Aus diesem Grund muss die zuständige Behörde den Spiegelfolien zustimmen. Tut sie das nicht, bleiben nur transparente Sonnenschutzfolien als Lösung.

Was ist bei der Montage einer Spiegelfolie am Fenster wichtig?

Das Anbringen einer Spiegelfolie am Fenster sollte immer sorgfältig erfolgen. Andernfalls kann es passieren, dass die Folie nicht richtig haftet, ihren Zweck nur bedingt erfüllt oder schon nach kurzer Zeit wieder entfernt werden muss.

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Der erste Arbeitsschritt ist ein passgenauer Zuschnitt. Spiegelfolie für Fenster wird in aller Regel als Meterware angeboten. Zuerst gilt es deshalb, die Fensterfläche präzise auszumessen. Am besten klappt das mit einem Rollmaßband.

Damit wird die Breite und die Höhe der Scheibe innerhalb der Dichtungen ausgemessen. Die Maße können anschließend auf die Folie übertragen werden.

Für den Zuschnitt der Folie eignet sich ein Rollschneider, ein Skalpell oder eine scharfe Schere. Wichtig ist aber, auf einen wirklich präzisen Zuschnitt zu achten. Steht die Folie über, haftet sie an den Kanten nicht richtig. Ist sie zu klein, kann ihre Funktion beeinträchtigt sein. Außerdem leidet die Optik.

Bevor die Folie angebracht wird, muss die Fensterscheibe absolut sauber sein. Staub, Schmutz, Fett und andere Rückstände wirken sich negativ auf die Haftung aus und reduzieren damit auch die Lebensdauer der Folie. Um die Scheibe zu reinigen und abzutrocknen, haben sich ein herkömmlicher Glasreiniger und ein Mikrofasertuch am besten bewährt.

Was ist mit Spiegelfolien an Dachfenstern?

In Dachwohnungen ist es oft sehr warm. Denn zum einen steigt Wärme nach oben. Und zum anderen fangen Dachfenster durch ihre Ausrichtung gegen den Himmel besonders lange das Tageslicht und damit auch die Wärme der Sonne ein.

Rollläden, blickdichte Vorhänge oder Klappläden können bei normalen Fenstern viel bewirken. Dachfenster hingegen sind, wenn überhaupt, oft nur mit Jalousien ausgestattet, die innen angebracht sind.

Das macht natürlich Sinn, weil ein Dach anderen Belastungen durch die Witterung standhalten muss als eine senkrechte Wand. Was die Abwehr von Hitze angeht, sind Innenjalousien nur nicht besonders effektiv.

Spiegelfolien können eine gute Lösung für Dachfenster sein. Denn die selbstklebenden Folien bewirken einen Hitzeschutz, einen Blendschutz und eine Abdunklung. Zudem sorgen sie für Sichtschutz, was beim Dachfenster aber keine große Rolle spielen dürfte.

Die Schutzeffekte der Spiegelfolie stehen allerdings der Lichtdurchlässigkeit gegenüber. Je ausgeprägter der Hitze-, Blend- und Sichtschutz ist, desto weniger Licht lässt die Beschichtung der Folie nämlich durch.

Handelt es sich um das Schlafzimmer, das Büro oder einen anderen Raum, in dem eine Abdunklung kein Problem oder sogar gewünscht ist, können die Schutzwirkungen durch eine dunkel getönte Spiegelfolie voll ausgeschöpft werden.

Soll es hingegen in dem Dachzimmer möglichst hell bleiben, muss zugunsten der Lichtdurchlässigkeit auf etwas Hitzeschutz verzichtet werden.

Viele Spiegelfolien werden auf der Außenseite eines Fensters aufgeklebt. Weil die Folie das Licht reflektiert, heizt sich dadurch schon die Fensterscheibe weniger auf. Dachfenster sind aber meist mit Scheiben aus Isolierglas ausgestattet, einige haben auch eine sogenannte E-Low-Beschichtung.

Bei diesen Fenstern sollte eine Spiegelfolie gewählt werden, die innen montiert wird. Andernfalls wirkt die Wärmeisolation der Scheibe in den Raum zurück und das Zimmer heizt sich noch stärker auf.

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Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunststoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

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