Folien im Garten + Anleitung für ein DIY-Frühbeet, 2. Teil

Folien im Garten + Anleitung für ein DIY-Frühbeet, 2. Teil 

Der Hobbygärtner kann bei der Gartenarbeit auf verschiedene Folien zurückgreifen. Und um die Erntezeit zu verlängern, kann er sich aus Folie und ein paar Holzbrettern ein eigenes Frühbeet bauen.

Damit fast das ganze Jahr über Gemüse, Früchte, Kräuter und Blumen im Garten wachsen, kann der Hobbygärtner ein Gewächshaus aufstellen. Aber es geht auch einfacher. Denn mit Folien und Vliesen kann der Hobbygärtner eine ähnliche Wirkung erzielen. Zudem kann er sich mit einfachen Mitteln ein Frühbeet bauen.

In einem zweiteiligen Ratgeber beschäftigen wir uns mit Folien im heimischen Garten. Dabei ging es im 1. Teil um grundlegende Infos zu Gartenfolien. Außerdem haben wir Lochfolien, Schlitzfolien, Vliese und Mulchfolien vorgestellt.

Jetzt, im 2. Teil, geht es mit dem Folientunnel und dem Frühbeet weiter.

 

Folientunnel

Der Folientunnel sorgt für ein günstigstes Kleinklima. Damit hat er eine ähnliche Wirkung wie ein Gewächshaus. Im Unterschied zum Gewächshaus kann der Folientunnel aber bei Bedarf schnell und einfach über einem Beet aufgebaut, jederzeit versetzt und ebenso so unkompliziert wieder abgebaut werden.

Außerdem kann er an die verschiedenen Beetgrößen angepasst werden. Damit vereint der Folientunnel die Vorteile von einem Gewächshaus und von Folie. Ein Pluspunkt gegenüber der Folie besteht darin, dass der Folientunnel nicht flach über dem Beet liegt, sondern durch die Wölbung einen geräumigen Innenraum hat. Pflanzen, die in die Höhe wachsen, können sich dadurch ungehindert entwickeln.

Der Folientunnel besteht meist aus stabilen, rostfreien und oft kunststoffummantelten Drahtbügeln, über die eine Abdeckung aus Folie gespannt ist. Die Drahtbügel werden in einem Abstand von etwa einem Meter zueinander in die Beetränder gesteckt. Dabei sollten sie möglichst unter Spannung in die Erde gesteckt werden, um auf diese Weise die Standfestigkeit und die Tragkraft zu erhöhen. Eine Alternative zu Drahtbügeln ist ein Geflecht aus Baustahl, das bogenförmig über dem Beet positioniert wird. Daneben kann der Hobbygärtner Holzlatten zu einer Art Zelt zusammenbauen.

Über das Gerüst wird dann eine 0,1 bis 0,2 Millimeter starke Folie gespannt. Ideal ist eine Lochfolie, denn sie bietet den Vorteil, dass der Hobbygärtner später nicht so oft lüften muss.

Tipp: Möchte sich der Hobbygärtner seinen Folientunnel selbst bauen, kann er dünne Installationsrohre zu U-förmigen Stützen zusammenstecken. Daneben kann er rostfreie Stahlstangen verwenden und zurechtbiegen. Die U-Form bietet den Vorteil, dass der Innenraum im Folientunnel noch größer wird. Außerdem sind die Randbereiche genauso hoch wie die Tunnelmitte. Der Hobbygärtner kann deshalb auch im Randbereich Pflanzen einsetzen, die in die Höhe wachsen.

 

Frühbeete

Möchte der Hobbygärtner seine Pflanzen vor ungünstiger Witterung schützen, im Frühjahr Setzlinge vorkultivieren, im Sommer empfindliche Gewächse ziehen oder die Erntezeit bis in die kalte Jahreszeit hinein verlängern, leistet ihm ein Frühbeet wertvolle Dienste. Das Frühbeet wird auch als Kalter Kasten bezeichnet. Es schafft ideale Kulturbedingungen für Pflanzen, die es gerne warm mögen, und wird verwendet, um im Winter Wintergemüse und andere unempfindliche Pflanzen zu kultivieren.

Im Baumarkt und Gartencenter sind Kästen erhältlich, bei denen die Wände aus Holz, Kunststoff, Faserzement oder Glas bestehen. Dabei sind die Wände Fertigelemente, die mit wenigen Handgriffen zusammengesetzt werden können. Bei der Abdeckung handelt es sich entweder um ein Glasfenster oder um einen Rahmen mit Folienbespannung. Ein Frühbeet kann fest installiert sein, wodurch es dann seinen festen Platz im Garten hat. Die Alternative dazu ist ein sogenannter Wanderkasten, der transportiert und dadurch überall im Garten aufgestellt werden kann.

 

Anleitung für ein DIY-Frühbeet

Die Bausets für Frühbeete, die im Handel angeboten werden, sind meist für 80 bis 100 Zentimeter große Beete ausgelegt. Der Hobbygärtner kann sich sein Frühbeet aber in der gewünschten Größe ganz einfach auch selbst bauen. Dafür braucht er:

  • ·         4 Holzbretter für den Kasten
  • ·         4 Kanthölzer als Füße
  • ·         4 Bretter, Drahtbügel und Folie für die Abdeckung; alternativ ein altes Sprossenfenster
  • ·         Schrauben und Akku-Schrauber oder Hammer und Nägel
  • ·         Tacker 

Verwendet der Hobbygärtner ein ausgedientes Fenster als Abdeckung, richtet sich die Größe des Kastens nach den Maßen dieses Fensters. Ansonsten kann der Hobbygärtner sein Frühbeet in der Größe bauen, die er gerne möchte. Der Kasten besteht dabei aus vier Holzbrettern.

Das hintere Holzbrett ist höher als das vordere Holzbrett und die beiden Seiten werden schräg zugeschnitten. Ist das hintere Holzbrett beispielsweise 30 Zentimeter hoch und das vordere Brett 20 Zentimeter, werden die Seiten so zugeschnitten, dass sie an der Hinterkante 30 Zentimeter und an der Vorderkante 20 Zentimeter breit sind.

Die vier Bretter werden zu einem Kasten zusammengeschraubt oder -genagelt. In die Ecken werden Kantholzstücke gesetzt. Die Kanthölzer stabilisieren den Kasten und dienen gleichzeitig als Verankerung im Boden. Der fertige Kasten wird dann an der gewünschten Stelle aufgestellt und so weit heruntergedrückt, bis die Kantholzfüße im Boden verschwinden und der Kasten bündig auf der Beetfläche aufliegt.

[Frühbeet]

Frühbeet

Nun fehlt noch die Abdeckung. Hat der Hobbygärtner ein altes Fenster zur Hand, legt er dieses einfach auf den Kasten auf. Ansonsten kann er für die Abdeckung einen Rahmen aus vier Holzlatten bauen. Auf der Innenseite des Rahmens werden Löcher gebohrt, in die Drahtbügel gesteckt werden. Die Drahtbügel sorgen für eine leicht gewölbte Oberfläche. Zum Schluss wird die Abdeckung straff mit Folie umspannt.

Dafür wird die Folie an einer Rahmeninnenseite angelegt und mit Tackernageln oder Nägeln befestigt. Dann wird die Folie straff um die Abdeckung herumgezogen und auf der gegenüberliegenden Innenseite fixiert. Anschließend wird die Folie auch auf den beiden anderen Seiten befestigt. Als Folie sollte der Hobbygärtner eine etwa 0,2 Millimeter starke, UV-stabilisierte Folie verwenden. Optimal ist eine drahtverstärkte Folie, denn sie ist besonders haltbar. Damit ist die Abdeckung fertig und kann auf den Kasten aufgelegt werden.

Hinweis: Verwendet der Hobbygärtner ein altes Fenster, dringt das Licht fast ungehindert durch das Glas. Bei starker Sonnenstrahlung können die Pflanzen dadurch aber verbrennen. Ratsam ist deshalb, das Glas mit einer Sonnenschutz- oder einen Noppenfolie zu bekleben.

 

Das Frühbeet aufstellen

Das Frühbeet sollte an einem sonnigen Platz aufgestellt werden. Dabei sollten die höhere Rückseite immer nach Norden und die niedrigere Vorderseite nach Süden zeigen. Dadurch bekommen die Pflanzen durch die geneigte Abdeckung möglichst viel Sonnenlicht ab.

Bei kühler Witterung herrschen im Frühbeet ideale Klimabedingungen. Wenn es sehr warm ist und die Sonne intensiv strahlt, muss der Hobbygärtner aber auf eine gute Lüftung achten. Andernfalls würde sich die Hitze in seinem Frühbeet stauen. Die einfachste Methode hierbei ist, dass der Hobbygärtner ein Stück Holz zwischen den Kasten und die Abdeckung klemmt. Dadurch bleibt die Abdeckung geöffnet und eine ausreichende Belüftung ist sichergestellt. Bei Frost wiederum sollte der Hobbygärtner sein Frühbeet mit einer Noppen- oder einer Doppelstegfolie abdecken. Die Luftkammern der Folie wirken wärmedämmend und isolieren dadurch zusätzlich.

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