Wie viel Hitze verträgt Frischhaltefolie?

Wie viel Hitze verträgt Frischhaltefolie?

Ob Aufschnitt, Obst, Gemüse, Salate oder Suppen: Wenn es darum geht, angebrochene Lebensmittel oder Speisereste im Kühlschrank aufzubewahren, greifen viele zur Frischhaltefolie. Schließlich legt sich die dünne, transparente Folie passgenau um Schüsseln und Verpackungen und sorgt dafür, dass das Aroma erhalten bleibt. Mit Kälte kommt das Material also gut zurecht.

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Wie viel Hitze verträgt Frischhaltefolie

Doch wie sieht es eigentlich mit Wärme aus? Wie viel Hitze verträgt Frischhaltefolie? Und kann die Folie auch in die Mikrowelle und den Backofen? Wir klären auf!:

Welche Temperaturen hält Frischhaltefolie aus?

Die ideale Temperatur im Kühlschrank beträgt 7 Grad. Tatsächlich sind viele Kühlschränke zwar eher etwas niedriger eingestellt. Für die dünne und praktische Frischhaltefolie sind solche Temperaturen trotzdem überhaupt kein Problem. Selbst die Temperaturen im Gefrierschrank, die üblicherweise bei minus 18 Grad liegen, können Frischhaltefolie nichts anhaben.

Der Grund dafür liegt im Material. Handelsübliche Frischhaltefolie besteht nämlich meist aus Low Density Polyethylen, kurz LD-PE. LD-PE gehört zu den amorphen Polymeren und hat eine Glasübergangstemperatur von minus 100 Grad. Erst ab dieser Temperatur wird die Folie spröde, verliert ihre Elastizität und zerfällt.

Nun wird Frischhaltefolie beim Einsatz in einem normalen Haushalt aber vermutlich nicht einmal annähernd an die Glasübergangstemperatur herankommen. Um Lebensmittel sicher verpackt im Kühlschrank oder Gefrierfach zu lagern, ist Frischhaltefolie also bestens geeignet.

Im Plus-Bereich hingegen sieht es etwas anders aus. Zwar hält auch hier Frischhaltefolie dreistellige Temperaturen aus. Doch mit einem Schmelzpunkt bei ungefähr 130 Grad kommt die Folie schnell an ihre Grenzen.

Denn 130 Grad werden bei der Zubereitung von Speisen oft erreicht und mitunter sogar deutlich überschritten.

Hinzu kommt, dass der Schmelzpunkt von Frischhaltefolie kein verbindlicher Grenzwert ist. Es ist nicht so, dass jede Frischhaltefolie bedenkenlos bis 129 Grad erhitzt werden kann und erst schmilzt, wenn die Marke von 130 Grad überschritten wird. Denn zum einen sind Frischhaltefolien je nach Hersteller unterschiedlich zusammengesetzt, so dass auch die Glasübergangstemperatur und der Schmelzpunkt etwas abweichen können.

Und zum anderen ist durchaus möglich, dass kleine Kunststoffpartikel bereits bei Temperaturen unterhalb des Schmelzpunkts ins Essen übergehen. Außerdem enthalten Frischhaltefolien teilweise Weichmacher, die sich bereits bei mäßig warmen Temperaturen lösen können.

Bei nicht allzu heißen Anwendungen leistet Frischhaltefolie somit gute Dienste. Sanftes Schmoren von Fleisch, Fisch oder Gemüse zum Beispiel ist problemlos möglich. Im Unterschied dazu ist es keine gute Idee, in Frischhaltefolie eingewickelte Speisen in den heißen Backofen zu schieben.

Kann Frischhaltefolie in die Mikrowelle?

Seit den 1960er-Jahren hat sich die Mikrowelle zu einem beliebten Hilfsmittel entwickelt. Ein Gericht in das Gerät zu stellen und schon wenige Momente später eine warme Mahlzeit vor sich zu haben, ist schließlich eine schnelle und bequeme Lösung.

Außerdem erwärmt die Mikrowelle Speisen nicht nur, sondern kann als Küchengerät auch beim Auftauen, Garen und Backen helfen.

Die Kombination aus Mikrowelle und Frischhaltefolie ist aber keine gute Paarung. Denn zum einen kann die Folie angesichts der hohen Temperaturen schmelzen und zum anderen ist es generell nicht ratsam, Speisen komplett abgedeckt und luftdicht verschlossen in der Mikrowelle zu erwärmen.

Im Zusammenhang mit geschmolzenem Plastik denken viele sofort an giftige Stoffe, die die Gesundheit schädigen und möglicherweise sogar Krebs auslösen können. Klar, dass solche Substanzen keinen direkten Kontakt zu Lebensmitteln haben sollten. Anders als oft befürchtet, ist dieses Risiko bei Frischhaltefolie aber nicht besonders groß.

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Die meisten Folien bestehen aus reinem LP-DE, das die gewünschten Eigenschaften von sich aus mitbringt. Untersuchungen haben gezeigt, dass handelsübliche Frischhaltefolien nur sehr selten problematische Schadstoffe enthalten, die sich durch Wärme lösen könnten. Nur lässt sich eben auch nicht ganz ausschließen, dass in den Folien bedenkliche Weichmacher stecken.

Und selbst wenn sich das Gesundheitsrisiko in Grenzen hält, ist das Essen schlichtweg ruiniert, wenn es von geschmolzener Folie überzogen ist.

Ein anderer Aspekt ist, dass eine luftdichte Verpackung für die Mikrowelle ungeeignet ist. Zwar durchdringen die hochfrequenten Wellen der Mikrowelle, die die Wassermoleküle in den Lebensmitteln in Bewegung versetzen und dadurch erwärmen, Kunststoffe wie Frischhaltefolien ohne Mühe. Allerdings müssen sich die Dämpfe, die beim Erwärmen entstehen, ausdehnen können.

Und in einer Schüssel, die mehrfach mit Frischhaltefolie umwickelt ist, können die Dämpfe nicht austreten. Die Folge davon ist, dass das Essen nicht nur warm, sondern auch in einer anderen Konsistenz aus der Mikrowelle herauskommt.

Die bessere Lösung ist deshalb, auf mikrowellengeeignetes Geschirr zurückzugreifen. Das können spezielle Behälter sein. Eine normale Porzellanschüssel und ein Teller als Abdeckung erfüllen aber den gleichen Zweck. Auch Vorratsdosen aus stabilem Kunststoff eignen sich meist für den Einsatz in der Mikrowelle.

Geschirr sorgt nicht nur dafür, dass die Speisen weit über dem Schmelzpunkt von Frischhaltefolie erwärmt werden können, sondern schont auch die Umwelt.

Eignet sich Frischhaltefolie für den Backofen?

Was für die Mikrowelle gilt, gilt auch für den Backofen. Bei Zubereitungen, die deutlich unter dem Schmelzpunkt bleiben, kann Frischhaltefolie gute Dienste erweisen, um Massen in Form zu halten oder Fleisch, Fisch und Gemüse zusammen mit Kräutern und Gewürzen schonend zu garen. Wichtig ist aber, die Temperatur im Blick zu behalten.

Sobald die Temperatur im Backofen dreistellig wird, ist normale Frischhaltefolie das falsche Hilfsmittel. Soll die Zubereitung in einer Folie erfolgen, sollte auf eine spezielle Frischhaltefolie zurückgegriffen werden, die ausdrücklich als hitzebeständig gekennzeichnet ist. Ansonsten sollten Backformen zum Einsatz kommen.

Fazit: Am besten unter 100 Grad bleiben!

Wie für amorphe Polymere üblich, behält Frischhaltefolie grundsätzlich ihre Form und ihre Eigenschaften, solange sich die Temperaturen in einem Bereich zwischen minus 100 und plus 130 Grad bewegen. Fällt die Temperatur unter 100 Grad, wird die Folie spröde und fällt auseinander. Übersteigt die Temperatur die Marke von 130 Grad, schmilzt die Folie.

Während der untere Wert im Haushalt praktisch nie erreicht wird, wird der Schmelzpunkt bei vielen Zubereitungen deutlich überschritten. Trotzdem kann Frischhaltefolie für mäßig warme Anwendungen in der Mikrowelle, im Kochtopf und im Backofen verwendet werden.

Als Faustregel dabei gilt, dass bis zu Temperaturen von 100 Grad nichts passieren kann. Denn der Schmelzpunkt ist dann noch soweit entfernt, dass keine Gefahr besteht. Wird es heißer, sollte entweder eine hitzebeständige Folie oder ein geeignetes Gefäß zum Einsatz kommen.

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Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunststoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

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