Wie bedenklich sind die kleinen Tütchen mit Silica-Gel?

Wie bedenklich sind die kleinen Tütchen mit Silica-Gel?

Ob Elektrogeräte, Kleidung und Schuhe oder Medikamente: In vielen Verpackungen befinden sich kleine Tütchen, die mit Kügelchen befüllt sind. Die Kügelchen bestehen laut Aufschrift meist aus Silica-Gel. Und oft ist auf die Tütchen aufgedruckt, dass sie entsorgt werden sollen. Doch wofür sind die Beutelchen eigentlich gut? Müssen sie tatsächlich gleich weggeworfen werden oder lassen sie sich noch anderweitig nutzen? Und wie bedenklich sind die kleinen Tütchen mit Silica-Gel?

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Wie bedenklich sind die kleinen Tütchen mit Silica-Gel

Wir klären auf!:

Die Tütchen mit Silica-Gel dienen als Trocknungsmittel

Elektronische Geräte, Textilien, Schuhe, Lederwaren, Corona-Schnelltests, aber auch Lebensmittel wie Algenblätter und viele andere Dinge sind oft zusammen mit kleinen Tütchen verpackt. In den Päckchen befinden sich kleine Kugeln.

Zwar stehen auf den Tütchen Hinweise wie „Throw away“ (Wegschmeißen) oder „Do not eat“ (Nicht essen). Trotzdem ist es nicht notwendig, die Beutelchen sofort in den Mülleimer zu werfen.

Denn die Kügelchen bestehen in aller Regel aus Kieselgel. Kieselgel wird auch als Silica-Gel bezeichnet und besteht fast ausschließlich aus Siliciumdioxid. Es ist ein ungiftiges Trockenmittel mit einer sehr porösen Oberfläche, das Feuchtigkeit aus der Luft oder aus Materialien zieht und bindet.

Aus diesem Grund können die Tütchen mit Silica-Gel weiterverwendet werden, um auch andere Gegenstände vor Feuchtigkeit zu schützen. Werden sie zum Beispiel in einen Schrank gelegt, bleiben Kleidung, Schuhe oder Taschen trocken.

Auch in Schränken, in denen sich Akten und Dokumente befinden, leisten die Beutelchen gute Dienste. Im Werkzeugkoffer, in der Schmuckschatulle oder in einer Box mit Saatgut können die Tütchen ebenfalls zum Einsatz kommen.

Außerdem schützt das Silica-Gel elektronische Geräte wie etwa den Fotoapparat vor Schäden durch Feuchtigkeit. Mit etwas Glück können die Tütchen sogar kleinere Unfälle ausbügeln.

Ist zum Beispiel das Smartphone versehentlich mit Wasser in Kontakt gekommen, kann es für einen Tag zusammen mit einigen Beutelchen Silica-Gel in eine Plastiktüte oder einen Kunststoffbehälter gegeben und luftdicht verschlossen werden. Das Gel zieht die Feuchtigkeit an sich, sodass das Smartphone möglicherweise noch zu retten ist.

Irgendwann haben die Kügelchen aber soviel Feuchtigkeit aufgenommen, dass sie gesättigt sind. In diesem Fall lassen sie sich regenerieren, indem sie erhitzt werden. Dazu eigens den Backofen aufzuheizen, wäre natürlich Verschwendung von Energie.

Doch wenn der Backofen ohnehin in Betrieb war, kann die Restwärme genutzt werden. Die Temperatur sollte maximal 80 Grad Celsius betragen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Tütchen verbrennen oder schmelzen. Die Mikrowelle ist nicht geeignet, um das Silica-Gel zu trocknen. Darin könnten die Kügelchen durch die Hitze nämlich platzen.

Bunte Kügelchen können bedenklich sein

Farblose Kügelchen sind nicht giftig. Bei bunt eingefärbten Kügelchen kann das anders sein. Blaues Silica-Gel zum Beispiel enthält ein Kobaltsalz. Ist das Gel mit Feuchtigkeit gesättigt, schlägt die Farbe von Blau in Rosa um. Kobaltsalz gibt aber als krebserregend, wenn es eingeatmet wird.

Auch Farbstoffe aus der Gruppe der Triphenylmethane können dem Silica-Gel beigemischt sein. In diesem Fall ist das Gel im trockenen Zustand orange und verfärbt sich durch Feuchtigkeit grün. Auch diese Farbstoffe können Krebserkrankungen begünstigen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Tütchen mit buntem Silica-Gel besser nicht weiterverwendet werden. Sie gehören, ebenso wie Päckchen mit farblosen Kügelchen, in den Restmüll.

Manchmal enthalten die Päckchen noch weitere Substanzen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Anti-Pilzmittel, Anti-Schimmelmittel oder Calciumoxid handelt.

Letzteres wandelt sich in Verbindung mit Wasser und großer Wärme in ätzendes Calciumhydroxid um. Die meisten Trocknungsmittel in Verpackungen sind aber tatsächlich unbedenklich.

Keine Panik bei versehentlichem Verschlucken!

Es passiert immer wieder, dass Kinder oder auch ältere Menschen Silica-Gel versehentlich einnehmen. Das ist so zwar nicht vorgesehen, aber auch kein Grund, um in Panik zu verfallen.

Der Warnhinweis auf den Päckchen, dass der Inhalt nicht zum Verzehr geeignet ist, soll in erster Linie verhindern, dass die Kügelchen mit Zucker, Salz oder Süßstoff verwechselt werden.

Das Gel selbst ist aber ungiftig. Es wird im Magendarmtrakt nicht aufgelöst, sondern mit dem Stuhlgang wieder ausgeschieden. Selbst wenn der Inhalt eines Tütchens verschluckt wird, sind deshalb keine Beschwerden zu befürchten. Anders sieht es aus, wenn das Silica-Gel in die Atemwege gelangt. Das Einatmen löst einen starken Hustenreiz aus.

Wurde das Gel versehentlich eingenommen, genügt es in den meisten Fällen, einfach abzuwarten, bis es erneut ausgeschieden wird. Hilfreich kann sein, eine fettfreie Flüssigkeit zu trinken.

Ein Arzt sollte hinzugezogen werden, wenn es nach der Einnahme zu Husten kommt oder sich eine stärkere Reizung des Schluck- und Verdauungsapparates bemerkbar macht.

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Norbert Scheue, - Verfahrenstechniker Kunststoffe, Yvonne Niemann, - Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, PG Cutter und Werbetechniker, Youtuberin Sevilart (Deko- & Bastelvideos) sowie Ferya Gülcan, Künstlerin, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, Christian Gülcan - Inhaber Marketing u. Medienagentur, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

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