Reparaturknete selber machen – so geht’s

Reparaturknete selber machen – so geht’s

Ein Miniloch in der Schuhsohle, ein Riss im Ladekabel oder ein abgebrochenes Stückchen am Griff der Schere sind kein Grund, solche Gegenstände gleich zu entsorgen. In vielen Fällen lassen sie sich nämlich ohne großen Aufwand reparieren. Möglich wird das durch Reparaturknete, die es fertig zu kaufen gibt, die aber auch selbst hergestellt werden kann.

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Reparaturknete selber machen - so geht's

Die Basis für die Masse bildet Silikon. Dadurch lässt sich die Reparaturknete zum einen beliebig formen. Zum anderen bleibt sie nach dem Aushärten elastisch. Aus diesem Grund ist sie gut geeignet, wenn bewegliche Gegenstände repariert werden sollen.

Knetkleber aus dem Handel

Im Laufe der Zeit nutzen sich flexible Materialien ab oder werden brüchig. Ein Klebeband kann zwar kurzfristig Abhilfe schaffen, ist aber oft keine Dauerlösung. Ein herkömmlicher Klebstoff wiederum ist nach dem Trocknen hart und unbeweglich. Bewegungen führen deshalb dazu, dass die ausgehärtete Klebstoffschicht aufplatzt oder abfällt.

Im Unterschied dazu bleibt ein Knetkleber flexibel, weil er auf Silikon basiert. Die reparierten Gegenstände können so wie vorher auch genutzt werden. Hinzu kommt, dass die Reparaturknete wasserfest, UV-resistent, stoßfest sowie hitze- und kältebeständig ist.

Außerdem hält die Masse auf etlichen Materialien und hat gute thermisch und elektrisch isolierende Eigenschaften. Damit können die verschiedensten Dinge schnell, einfach und dauerhaft repariert werden.

Nachteilig ist aber, dass der formbare Silikonkleber, den es im Handel zu kaufen gibt, vergleichsweise teuer ist. Vor allem wenn eine größere Menge benötigt wird, kann schnell ein ordentlicher Betrag zusammenkommen.

Deutlich preiswerter ist es, die Reparaturknete einfach selbst herzustellen.

Die Materialien für selbst gemachte Reparaturknete

Knetbare Reparaturmasse lässt sich sehr preiswert selber machen. Benötigt werden nämlich nur zwei Zutaten:

  • Silikon (aus dem Baumarkt) und

  • Speisestärke

Für die Reparaturknete genügt das kostengünstigste Silikon. Es ist nicht notwendig, zu einem teuren Sanitärsilikon oder einem hochwertigen Bausilikon zu greifen.

Um die Reparaturknete einzufärben, eignet sich Acrylfarbe sehr gut. Alternativ kann die Masse auch mit Wandfarbe oder Lebensmittelfarbe farblich auf den Gegenstand, der repariert werden soll, angepasst werden.

Reparaturknete selber machen – so geht’s

Für den Knetkleber werden Silikon und Speisestärke im Verhältnis 1:2 miteinander vermischt. Ein Teil Silikon, zum Beispiel ein Esslöffel, dafür auf einen Teller oder in eine kleine Schale geben und zwei Teile Speisestärke, in unserem Beispiel zwei Esslöffel, hinzufügen.

Dann die beiden Zutaten erst grob mit dem Löffel verrühren und anschließend mit den Händen kneten, bis eine homogene und formbare Masse entstanden ist.

Soll die Reparaturknete eingefärbt werden, wenig Farbe hineingeben und einarbeiten. Wenn die Masse einen gleichmäßigen Farbton hat, ist sie auch schon einsatzbereit. Tatsächlich sollte die Reparatur auch zügig beginnen. Denn je nach verwendetem Silikon lässt sich die Reparaturknete nur etwa eine halbe Stunde lang verarbeiten. Danach beginnt sie, auszuhärten.

Das Mischungsverhältnis von einem Teil Silikon auf zwei Teile Speisestärke ist gewissermaßen das Grundrezept. Je nach Anwendung kann die Menge an Speisestärke aber variiert werden.

Wird zum Beispiel für einen feinen Riss eine weichere Reparaturmasse benötigt, kann weniger Speisestärke eingearbeitet werden. Muss die Masse andersherum formstabiler sein, beispielsweise für einen Griff an einer Schublade, braucht es möglicherweise etwas mehr Speisestärke.

Die Reparaturmasse verwenden

Die Vorgehensweise bei einer Reparatur bleibt gleich, unabhängig davon, ob eine gekaufte oder eine selbst gemachte Reparaturknete zum Einsatz kommt. So sollte die Schadstelle zunächst gründlich gereinigt werden. Die Oberfläche sollte trocken, staub- und fettfrei sein, damit die Silikonmasse gut haften kann.

Dann die Knete in ein Loch hineindrücken, über einen Riss legen oder eine Fläche damit ummanteln. Nachdem die Knete gut angedrückt ist, kann sie passend zur jeweiligen Oberfläche ausgeformt werden.

Damit die Oberfläche möglichst glatt und gleichmäßig wird, hilft es, die Knete mit wenig Stärke zu bestreuen oder die Finger mit Seifenwasser zu befeuchten, wenn die Masse glattgestrichen wird.

Ist die Schadstelle ausgebessert, muss die Reparaturknete komplett aushärten. Sie fängt zwar schon recht früh an, abzubinden. Bis sie vollständig ausgehärtet ist, vergehen aber je nach Dicke der Schicht 24 bis 48 Stunden. Erst danach sollte der reparierte Gegenstand wieder verwendet werden.

Ein Hinweis noch:

Silikon gilt als sicher und gesundheitlich unbedenklich. Deshalb wird das Material an vielen verschiedenen Stellen eingesetzt, darunter zum Beispiel auch in der Küche. Trotzdem gehört Silikon zu den Kunststoffen, die biologisch schwer abbaubar sind. Deshalb wäre es am besten, solche Kunststoffe nicht zu verwenden.

Aber schon vorhandene Gegenstände mit einer knetbaren Silikonmasse zu reparieren, ist unterm Strich immer noch deutlich umweltfreundlicher, als sie wegen einer kleinen Beschädigung wegzuschmeißen und neu zu kaufen.

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Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunststoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

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