Umweltgefahren durch Plastik

Umweltgefahren durch Plastik

Im Meer schwimmen riesige Plastikmüllinseln. Fische, Seevögel und andere Meeresbewohner fressen kleinste Kunststoffteilchen und verhungern letztlich mit vollen Mägen. Über den Kreislauf der Nahrungskette kann das Plastik wieder auf unseren Tellern landen. Wie groß sind also die Umweltgefahren durch Plastik? Und wie können wir den Risiken begegnen?

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Umweltgefahren durch Plastik

Wie der Plastikmüll ins Meer gelangt

Für den Kunststoffmüll in den Meeren gibt es mehrere Ursachen. In vielen Ländern werden Abfälle einfach im Meer und in Flüssen entsorgt. Bei einem Teil des Mülls handelt es sich um verlorene Ladungen von Frachtschiffen und um Abfälle, die Schiffe illegal im Meer abladen.

Einen anderen Teil bilden Plastikprodukte, die über die Flüsse ins Meer kommen. Neben Müll, der einfach am Flussufer zurückgelassen wurde, können das zum Beispiel Gegenstände sein, die bei einem Hochwasser mitgerissen oder vom Wind ins Wasser geweht wurden.

Eine weitere Quelle für Mikroplastik ist der Abrieb von Autoreifen. Schätzungen zufolge wird im Verlauf der Nutzungsphase eines Reifens mehr als ein Kilogramm Mikroplastik abgerieben. Dazu kommen feinste Kunststoffpartikel aus den Abwässern unserer Waschmaschinen.

Bei der Wäsche geben Textilien aus synthetischen Materialien winzige Fasern ab. Weil die Kläranlagen diese nicht vollständig zurückhalten, gelangen sie über das Abwasser ins Meer oder zusammen mit dem Klärschlamm auf die Felder.

Weltweit gesehen, finden etwa 80 Prozent des Plastikmülls vom Land aus ihren Weg ins Meer. Das verbliebene Fünftel entfällt auf Schiffe und den Fischfang. Welche Folgen das für Meerestiere hat, ist schon jetzt zu sehen. So finden sich zum Beispiel in den Mägen vieler Seevögel große Mengen an Kunststoffteilchen, die die Tiere offensichtlich mit Nahrung verwechselt haben.

Durch den Kunststoff sind ihre Mägen voll, die Vögel können keine richtige Nahrung mehr aufnehmen und verhungern. In größeren Plastikteilen wie Netzen, Tüten oder Ringen können sich Meerestiere verfangen. Das führt oft dazu, dass sie sich verletzen oder darin verenden.

Die Meeresströmungen bringen es mit sich, dass sich Plastikabfälle in bestimmten Gebieten ansammeln. Dabei schwimmt der Kunststoff aber nicht nur an der Wasseroberfläche, sondern sinkt auch in tiefere Schichten und auf den Meeresboden ab.

Die Bezeichnung Plastikinsel erfasst die Situation deshalb nur bedingt. Treffender ist, von einer Plastiksuppe zu sprechen.

Hinzu kommt, dass Plastik sehr stabil ist. Die Kunststoffe zersetzen sich nicht. Statt eines Abbaus zerfallen sie zu immer winzigeren Teilchen. Die Folge davon ist, dass der Anteil an sogenannten Mikroplastik-Teilchen stetig wächst. Welche Auswirkungen das für die Umwelt und uns Menschen hat, ist derzeit schwer vorhersehbar.

Letztlich sind wir alle gefragt, wenn es darum geht, die Vermüllung von Flüssen und Meeren durch Kunststoffmüll aufzuhalten.

Wenn Plastik einfach im Restmüll landet

Gelangen Produkte aus Kunststoff als wilder Müll oder über andere Wege in die Umwelt, kann es Jahrzehnte dauern, bis sie zerfallen sind. Bis zum Beispiel eine Plastikflasche komplett abgebaut ist, können sogar mehrere Jahrhunderte vergehen. Umso wichtiger ist die richtige Entsorgung. Doch sie setzt ein sorgfältiges Sortieren des Mülls voraus.

Werden Kunststoffabfälle in den Restmüll geworfen, landen sie in der Müllverbrennung. Dort verbrennen sie fast vollständig zu Wasserstoff und Kohlendioxid.

Einige Anlagen können die Wärme, die dabei entsteht, zur Energiegewinnung nutzen. Andernfalls verpufft die Wärme ungenutzt, die Gase gelangen in die Atmosphäre und der Kunststoff als Ressource ist verloren.

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Werden Plastikabfälle über die Gelbe Tonne oder die Wertstofftonne entsorgt, werden sie sortiert und sortenrein getrennt.

Manche Kunststoffe wie zum Beispiel PET lassen sich gut wiederverwerten. Sie werden deshalb an Recyclingfirmen weiterverkauft, die die Kunststoffe aufbereiten und für die Herstellung neuer Produkte einsetzen.

Kunststoffe, für die es bislang an effizienten Recyclingtechniken fehlt, werden zu sogenanntem Ersatzbrennstoff verarbeitet. Dabei werden sie zu Briketts gepresst und können anschließend in Fabriken als Alternative zu Gas und Kohle verfeuert werden. In diesem Zusammenhang wird auch von thermischem Recycling gesprochen.

Gut die Hälfte des gesamten Plastikmülls wird verbrannt. Doch diese Form der Abfallentsorgung ist nicht nur ungünstig für die Umwelt, sondern schöpft vorhandene Ressourcen nicht aus.

Unser Ziel muss deshalb sein, die Menge an Kunststoffmüll zu reduzieren und den anfallenden Müll besser zu nutzen.

Umweltgefahren durch Plastik - Recycling

Wovon das Recycling abhängt

Ob und wie gut Kunststoff recycelt werden kann, hängt von der Sorte ab. Außerdem spielt der Ölpreis eine Rolle. Bei einem niedrigen Ölpreis ist es oft kostengünstiger, neue Kunststoffe zu produzieren als alte Kunststoffe zu recyceln.

Fast zwei Drittel des Kunststoffmülls machen Verpackungen aus. Gut die Hälfte davon wird inzwischen recycelt und es ist zu erwarten, dass die Quote aufgrund der Gesetzgebung künftig noch höher ausfallen wird.

Zur Recyclingquote trägt aber auch bei, dass Plastikprodukte über die Gelbe Tonne und Flaschen über Pfandautomaten gut erfasst werden können.

Sortierbetriebe trennen die Abfälle aus der Gelben Tonne maschinell nach Kunststoffarten und spülen sie anschließend. Doch auch sortenreine Kunststoffe enthalten oft verschiedene Additive wie Farbpigmente, UV-Schutz oder Weichmacher. Diese Zusätze erschweren es, ein Recyclingmaterial in einheitlicher und gleichbleibender Qualität zu gewinnen.

PET und Polyethylen können recht gut aufbereitet und zu neuen Kunststoffprodukten verarbeitet werden. So arbeiten wir z. B. in unseren kunststoffverarbeitenden Betrieb (BKM) nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, solange es die Wünsche unserer Kunden natürlich zulassen.

Bei anderen Sorten wie zum Beispiel Weich-PVC ist das Recycling so aufwändig, dass es sich unterm Strich besser lohnt, den alten Kunststoff zu verbrennen und neues Material zu produzieren.

Was das Recycling angeht, besteht also durchaus noch Bedarf an der Erforschung und Entwicklung effizienter, innovativer Technologien.

Umweltgefahren durch Plastik - Recycling (1)

Auf der anderen Seite ist es ökologisch am sinnvollsten, Kunststoffe so lange wie möglich zu nutzen. Plastikflaschen zum Beispiel sollten im Mehrwegsystem rund zwanzigmal ausgewaschen und neu befüllt werden, bevor der Kunststoff recycelt wird.

Zumal der Transport von Getränken in Plastikflaschen wegen des geringeren Gewichts für die Umwelt vorteilhafter ist als bei Glasflaschen.

Nicht zuletzt sind wir alle gefragt, die Grundlage für das Recycling zu schaffen. Trägt ein Kunststoffprodukt den Aufdruck „100 % recyclebar“, kann der Kunststoff zwar gereinigt, eingeschmolzen und wieder verarbeitet werden.

Voraussetzung dafür ist aber, dass er über die Gelbe Tonne entsorgt wird. Wird das Produkt hingegen als wilder Müll in die Umwelt geworfen, zersetzt es sich bestenfalls zu Mikroplastik. Landet es im Restmüll, wird es verbrannt.

Um die Umwelt zu schützen, reicht es also nicht, Kunststoffe, Produkte und Technologien zu entwickeln. Stattdessen müssen wir alle unseren Beitrag dazu leisten, dass sie wie vorgesehen gehandhabt werden.

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