Plastikstühle reinigen oder neu lackieren – so geht’s

Plastikstühle reinigen oder neu lackieren – so geht’s

Aus Kunststoffen werden die verschiedensten Gegenstände gefertigt. Auch Gartenmöbel bestehen häufig aus Plastik. Doch im Laufe der Zeit werden Plastikstühle und -tische oft unansehnlich. Vor allem wenn die Möbel länger draußen stehen, lagern sich Verschmutzungen ab, das Material vergilbt oder die Farben bleichen aus. Doch es ist nicht notwendig, die Kunststoffmöbel gleich auszusortieren und durch neue zu ersetzen. Denn in vielen Fällen lassen sich Plastikstühle reinigen oder neu lackieren.

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Plastikstühle reinigen oder neu lackieren - so geht's

In dieser Anleitung erklären wir, wie das geht und worauf es zu achten gilt:

Ein Hinweis vorab

Plastik hält nicht ewig. Wenn Kunststoff altert, verändert sich die chemische Zusammensetzung und die Weichmacher entschwinden. Die Folge davon können Vergilbungen sein, die sich nicht mehr entfernen lassen.

Aus diesem Grund ist es ratsam, zuerst an einer kleinen Stelle auszuprobieren, ob die Verfärbungen nur oberflächlich sind oder ob sie vom Material herrühren.

Zeigen Reinigungsmittel keinerlei Wirkung, wird es sinnvoller sein, die Plastikstühle auszumustern. Zumal gealterter Kunststoff porös und brüchig sein kann. Und wer will schon riskieren, dass der Stuhl unter ihm einfach so zusammenkracht?

Plastikstühle reinigen

Um Gartenstühle, Tische und andere Gegenstände aus Kunststoff zu reinigen, ist es nicht notwendig, einen speziellen Kunststoffreiniger zu kaufen. Denn Hausmittel sind genauso effektiv. Können die Hausmittel nichts ausrichten, erzielt auch ein Kunststoffreiniger kein besseres Ergebnis.

Das Reinigen selbst gliedert sich dann in folgende Arbeitsschritte:

Den Arbeitsplatz einrichten

Bevor die intensive Reinigung beginnt, sollten die Plastikstühle einmal mit Wasser abgewaschen werden. Dadurch löst sich schon einmal der grobe Schmutz. Während die Stühle kurz trocknen, kann der Boden mit Folie oder einem anderen Material abgedeckt werden.

Ratsam ist außerdem, die benötigten Werkzeuge und Hilfsmittel bereitzulegen, um die Arbeit nicht unterbrechen zu müssen. Je nachdem, womit die Stühle gesäubert werden, sind das:

  • Essigessenz, Zitronensäure oder Backpulver

  • Sprühflasche oder kleine Schüssel und etwas zum Umrühren

  • Schwamm oder Lappen

Das Reinigungsmittel auftragen

Viele Verschmutzungen lassen sich mit Essigessenz beseitigen. Essig löst sowohl Kalk als auch Fett und Schimmel. Für die Reinigung die Essigessenz am besten in eine Sprühflasche füllen und ungefähr im Verhältnis 1:4 mit Wasser verdünnen. Anschließend die Plastikstühle großzügig mit der Essiglösung einsprühen und mit einem Lappen noch einmal verteilen.

Grundsätzlich kann die Essiglösung auch in einer Schüssel angemischt und direkt mit dem Lappen auf die Stühle aufgetragen werden. Eine Sprühflasche macht die Arbeit aber wesentlich angenehmer.

Anstelle von Essig kann auch Zitronensäure verwendet werden. Sie hat einen ähnlichen Effekt. Zitronensäure gibt es flüssig und in Pulverform. In beiden Fällen wird die Zitronensäure wie auf der Verpackung angegeben mit Wasser verdünnt. Anschließend kann sie wie die Essiglösung auf die Stühle aufgetragen werden.

Ein anderes, altbewährtes Hausmittel gegen verschiedenste Verschmutzungen ist Backpulver. Dazu wird das Backpulver in eine kleine Schale gegeben und mit Wasser zu einem Brei verrührt. Diese Mischung wird anschließend auf den Stühlen verteilt und muss dann ein paar Minuten lang einwirken.

Den gleichen Effekt wie Backpulver hat Natron. Bei besonders hartnäckigen Flecken kann helfen, die Stellen mit Zahnpasta zu behandeln. Vor allem Zahnpasta, die Zähne aufhellt, funktioniert auch bei Vergilbungen auf Plastik.

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Die Plastikstühle abspülen und abtrocknen

Nach ein paar Minuten Einwirkzeit werden die Plastikstühle mit klarem Wasser abgewaschen, bis das Reinigungsmittel komplett abgespült ist. Sind die Stühle schön sauber geworden, können sie abgetrocknet werden.

Falls noch immer Schmutz, Flecken und Verfärbungen sichtbar sind, kann eine zweite Reinigungsrunde erfolgen. Dazu kann entweder noch einmal das gleiche Reinigungsmittel verwendet werden. Möglich ist aber auch, eine andere Variante zu testen.

Spätestens nach der zweiten Runde sollten die Gartenmöbel wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Plastikstühle neu lackieren

Manche Verfärbungen lassen sich trotz intensiver Reinigung nicht beseitigen. Vielleicht sollen die Plastikstühle aber auch einfach eine andere Optik bekommen. Allerdings ist es nicht ganz so einfach, Gegenstände aus Kunststoff ordentlich zu lackieren.

Denn manchmal sind die Beschichtungen auf den Kunststoffoberflächen so glatt, dass die Farbe darauf kaum hält. In anderen Fällen ist es schwierig, einen Lack zu finden, der für die vorliegende Plastikart geeignet ist. Wichtig ist deshalb, richtig vorzugehen:

Den richtigen Lack besorgen

Ratsam ist, die Plastikstühle genau unter die Lupe zu nehmen. Auf Gegenständen aus Kunststoff findet sich nämlich meist ein Code. Er besteht aus einem Dreieck mit einer Zahl von 1 bis 7 und einem Kürzel darunter.

Anhand dieser Kennung lässt sich nachvollziehen, woraus die Gartenstühle bestehen. Am häufigsten werden Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) verwendet.

Im Baumarkt oder Farbenfachgeschäft kann dann ein Lack ausgewählt werden, der zum Kunststoff passt. Außerdem ist ratsam, eine Grundierung zu verwenden. Die Grundierung dient als Haftvermittler und sorgt dafür, dass die Farbe besser haftet.

Die Plastikstühle vorbereiten

Bevor lackiert werden kann, müssen die Oberflächen vorbereitet werden. Dazu die Plastikstühle erst einmal gründlich von Staub, Fett, Schmutz und anderen Ablagerungen befreien.

Sind die Stühle sauber und trocken, müssen die Oberflächen angeraut werden. Mit einem herkömmlichen Schleifpapier klappt das problemlos. Danach den Schleifstaub sorgfältig entfernen, zum Beispiel durch Abreiben mit einem feuchten Tuch.

Die Plastikstühle grundieren und lackieren

Als erste Schicht wird nun die Grundierung aufgetragen. Bei einigen Kunststoffen wäre es zwar möglich, auf die Grundierung zu verzichten.

Um das Risiko zu minimieren, dass der Lack nur auf der Oberfläche aufliegt und sich schon bald wieder ablöst, ist ein Haftvermittler aber immer die bessere Wahl. Die Grundierung muss komplett durchtrocknen.

Ist die Grundierung trocken, können die Oberflächen noch einmal leicht angeschliffen werden. Anschließend wird der Lack in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht aufgetragen. Ob dafür ein Sprühlack verwendet oder mit dem Pinsel gearbeitet wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Bei Kunststoffoberflächen reicht oft eine Lackierung aus. Allerdings sind Gartenmöbel wie Stühle und Tische hohen Belastungen ausgesetzt. Deshalb kann es sinnvoll sein, die erste Lackschicht noch einmal leicht anzuschleifen und eine zweite Lackschicht darüberzulegen. Eine andere Möglichkeit ist, die farbige Lackschicht mit einem transparenten Sprühlack zu versiegeln.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunststoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.

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