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Alufolie im Portrait

Die vielseitig verwendbare Alufolie im Portrait

 

Jeder kennt sie, in nahezu jedem Haushalt ist sie zu finden und es gibt kaum jemanden, der sie nicht schon verwendet hat: die Alufolie. Grund genug, der vielseitig verwendbaren Alufolie, die auch Silberpapier genannt wird und eigentlich Aluminiumfolie heißt, ein Portrait zu widmen.

 

Die Geschichte der Alufolie

 

Die Geschichte der Alufolie und deren Produktion ist geprägt von einigen wenigen Unternehmerpersönlichkeiten. Hierzu gehört der Schweizer Unternehmer Heinrich Alfred Gautschi, der sich im April 1905 das Patent auf die Herstellung von Alufolien nach dem Paket- beziehungsweise Buchwalzverfahren sicherte. Dieses Verfahren basierte auf der Herstellung eines Pakets aus 64 Folienblättern.

Dazu wurde ein dünnes Alublech gewalzt und in zwei Hälften geteilt. Die beiden Hälften wurden aufeinandergelegt und erneut gewalzt, dann wieder geteilt und wieder gewalzt, bis schließlich 64 Folienblätter vorhanden waren. Der Vorteil dieses Verfahrens lag darin, dass die Folien sehr viel flexibler und reißfester waren als Folien, die aus nur einem dünngewalzten Blech bestanden. Nachteil war jedoch, dass nur verhältnismäßig kleine Folien produziert werden konnten.

Der aus dem schweizerischen Schaffhausen stammende Industrielle Robert Victor Neher entwickelte daraufhin zusammen mit Erwin Lauber und Albert Gmür ein Verfahren, durch das es möglich wurde, Endlosbänder auszuwalzen. Das Verfahren meldete er im Oktober 1910 in der Schweiz und im September 1911 in Großbritannien für das Patent an, im Januar 1912 wurde das Patent dann erteilt. Unmittelbar danach gründeten Neher und seine Mitarbeiter in Emmishofen in der Schweiz das Unternehmen Dr. Lauber, Neher & Cie. und begannen mit der Produktion von Folien zur maschinellen Verpackung von Schokolade, Zigaretten und Schachtelkäse. Zudem gründeten sie mit der Dr. Lauber, Neher Co. GmbH eine Tochterfirma in Singen und damit wurden nun auch in Deutschland erstmals Endlosbänder aus Alufolie produziert.

Als Ableger einer Eisengießerei und Maschinenfabrik wurde 1910 in Teningen die Aluminium GmbH gegründet, Leiter war Emil Tscheulin. In dieser Produktionsstätte wurden Alufolien nach dem Paket- beziehungsweise Buchwalzverfahren hergestellt. Ende 1912 schlossen sich dann die Unternehmen in Emmishofen, Singen und Teningen zu der Aluminium-Walzwerke AG, kurz AWAG, mit Sitz in Schaffhausen zusammen. Zwei Jahre nach Nehers Tod 1918 trat Hans Constantin Paulssen in das Unternehmen ein und nahm maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der AWAG in den Jahren 1922 bis 1963.

Während Gautschi, Tscheulin und Neher die Hauptverwendung von Alufolie zunächst nicht als Verpackungsmittel sahen, versuchte die Stanniolfabrik Supf & Klinger schon seit 1913, Blätter aus Alufolie manuell zu veredeln. 1920 begann dann die Veredelung von Alufolien insbesondere für die Verpackung von Konsumartikeln in großem Maßstab in den dafür gegründeten Staniolfabriken F. Supf & Bauerreis & Müller, wobei die Alufolie selbst eingekauft wurde.  

In den USA begann die industrielle Produktion von Alufolien 1913. Zu den ersten Abnehmern gehörten hier Brieftaubenzüchter, die die Folie als Bänder für die Markierung ihrer Tauben verwendeten. Ab etwa 1920 gab es die ersten Kartons, die mit Alufolie kaschiert waren. Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Alufolie in den USA hatte die U.S. Foil Company, die 1919 von Richard S. Reynolds Sr. in Louisville, Kentucky gegründet worden war. 

In Singen und Teningen wird bis heute Alufolie produziert und veredelt. Beide Unternehmen gehören heute zu dem australischen Verpackungsspezialisten Amcor Flexibles. Das von Gautschi gegründete Unternehmen gehört heute als Teil der Alu Menziken Gruppe zum Industriekonzern Montana Tech Components.

 

Die Herstellung von Alufolie

Alufolien werden in aller Regel aus Reinaluminium mit einem Aluminiumgehalt zwischen 99 und 99,9 Prozent hergestellt. Im Zuge der Herstellung werden die sogenannten Vorwalzbänder, die eine Stärke zwischen 0,6 und 1,5mm aufweisen, in mehreren Walzschritten auf die benötigte Dicke kaltgewalzt. Die einzelnen Walzschritte werden als Stiche bezeichnet.

Sehr dünne Folien werden in zwei Lagen gewalzt. Dadurch haben die Alufolien dann eine glänzende und eine matte Seite. Die glänzende Außenseite entsteht durch den Kontakt mit den polierten Walzen, die Innenseite hingegen wird leicht angeraut und wirkt daher matt. Durch das Walzen erfolgt eine starke Umformung des Aluminiums, das hart und spröde wird.

Ihre Weichheit und Flexibilität erhalten die Folien durch das anschließende Weichglühen. 

 

Die Verwendung von Alufolie

 

Haushaltsübliche Alufolie ist zwischen 0,01 und 0,015mm stark und wird in 30cm oder 50cm breiten Rollen angeboten. In der Industrie hingegen werden Alufolien verwendet, die zwischen 0,004 und 0,5mm stark und bis zu einem Meter breit sein können.

Verwendet wird die Alufolie in erster Linie als Verpackungsmaterial für Lebensmittel. Alufolie umhüllt die Lebensmittel licht- und nahezu luftdicht, verhindert einen Aromaaustausch und wirkt einem Austrocknen entgegen. Dadurch wird die Haltbarkeit deutlich verlängert und auch ein Transport problemlos möglich. Unbeschichtete Alufolie eignet sich jedoch nicht für das Verpacken oder Aufbewahren von sauren, basischen und stark salzhaltigen Lebensmitteln.

Ein anderer wichtiger Einsatzbereich ist die Zubereitung von Lebensmitteln. So ist die Alufolie beispielsweise ein wichtiges Hilfsmittel beim Grillen. Daneben werden einige Lebensmittel in Alufolie eingewickelt gegart, beispielsweise Kartoffeln oder Fisch.

Alufolie findet aber auch in unzähligen anderen Anwendungsbereichen Verwendung. So wird sie beispielsweise bei kosmetischen Anwendungen und beim Friseur benutzt, im medizinischen Bereich und in Laboren oder auch im Baugewerbe. Nicht zu vergessen ist außerdem der Dekorations- und Bastelbereich.

 

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