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Infos rund um die Dose

Infos rund um die Dose

 

Getränke, Eintöpfe, Obst und Gemüse oder die legendären Ravioli in Tomatensoße: Konservendosen sind aus den Supermarktregalen und den Vorratskammern nicht mehr wegzudenken. Jedes Jahr werden weltweit fast 300 Milliarden Dosen produziert. Dabei ist die handliche, robuste und praktische Verpackungsvariante noch gar nicht so alt. Der folgende Beitrag erzählt einige interessante und wissenswerte Infos rund um die Dose.

 

Napoleon Bonaparte, Nicolas Appert und die Konserve

Strenggenommen ist es Napoleon Bonaparte zu verdanken, dass es die Konservendose gibt. Bis zur Französischen Revolution im Jahre 1789 hatten die Feldherren eher kleine Truppen in Schlachten und Kriege geschickt. Plünderungen hatten ausgereicht, um die Versorgung der Soldaten sicherzustellen.

Nun wurde in Europa jedoch anders Krieg geführt. Statt kleiner Truppen wurden riesige Heere ausgesendet, um Land zu gewinnen oder die eigenen Gebiete gegen feindliche Armeen zu verteidigen. Allein durch Plünderungen konnten die Soldaten nicht mehr ausreichend versorgt werden. Als Napoleon feststellen musste, dass seine Soldaten öfter an Unterernährung starben als im Gefecht, lobte er 1795 einen Wettbewerb aus. Wem es gelang, Lebensmittel haltbar zu machen, sollte ein Preisgeld von 12.000 Goldfranken bekommen. Napoleons Plan ging auf.

Allerdings war es kein Forscher oder Wissenschaftler, der ein Verfahren zum Konservieren von Lebensmitteln erfand, sondern ein Zuckerbäcker aus Paris. Nicolas Appert füllte dazu Obst und Gemüse in Gläser, die er erst erhitzte und anschließend luftdicht verschloss. Ausprobiert wurde Apperts Erfindung von der französischen Marine. Die Schiffe wurden mit den Konserven bestückt und stachen dann in See.

Nicht alle Gläser überstanden zwar die teils rauen und stürmischen Seefahrten, aber die Lebensmittel in den unversehrten Gläsern blieben auch nach längerer Zeit genießbar. 1810 erhielt der Zuckerbäcker das versprochene Preisgeld und wurde dazu noch mit dem Ehrentitel “Wohltäter der Menschheit” ausgezeichnet.   

 

Die Konservendose aus Blech

Apperts Verfahren eignete sich gut, um Lebensmittel haltbar zu machen. Die Verpackung aus Glas war jedoch der Schwachpunkt. Deshalb musste eine Alternative her. Appert nahm sein Preisgeld und gründete damit 1912 eine Fabrik, in der schon kurze Zeit später Konservendosen aus Blech hergestellt wurden.

Das Patent für die Konservendose aus Metall hatte sich aber schon zwei Jahre zuvor der Brite Peter Durand gesichert. Seine Entwicklung war vor allem vom Militär begeistert aufgenommen worden, denn die Blechdosen waren wesentlich widerstandsfähiger als die bislang benutzten Gläser. Auch bei den Konservendosen klappte aber nicht alles von Anfang an reibungslos.

Ein großer Minuspunkt war, dass die Deckel mit Blei verlötet wurden, um die Dosen luftdicht zu verschließen. Das Blei gelangte jedoch in die Lebensmittel und führte immer wieder zu Bleivergiftungen. Diese äußerten sich in Appetitmangel, körperlicher Schwäche, Benommenheit und führten schließlich nicht selten zum Tod. Ein weiterer Minuspunkt war, dass zwar die Dose, aber noch kein Dosenöffner erfunden war. Um die dickwandigen Metallbehälter zu öffnen, mussten die Soldaten mit verschiedenen Werkzeugen oder Stichwaffen experimentieren.

 

Die Konservendose im Haushalt

Trotz der Schwierigkeiten beim Öffnen bewährte sich die Konservendose. Es sollte allerdings noch etwas dauern, bis die Blechdose auch die Haushalte eroberte. Dies lag daran, dass die Herstellung der Dosen recht aufwändig und dadurch entsprechend teuer war.

Erst um 1900 gelang es, die technischen Abläufe so weiterzuentwickeln und einzurichten, dass die Produktion schnell, einfach und kostengünstig wurde. Damit hatte die Konservendose nicht nur ihren endgültigen Durchbruch geschafft, sondern wurde sofort zum echten Verkaufsrenner.

Noch im Jahr 1900 wurden allein in den USA rund 700 Millionen Konservendosen produziert. Der Dosenöffner war aber noch immer nicht erfunden. Die Hausfrau von damals öffnete die Dose deshalb mit Hammer und Meißel oder sie schmolz die Schweißnaht mittels Bügeleisen auf.

 

Getränkedosen und die Öffnung

Anfang der 1930er-Jahre wurde in den USA die Getränkedose erfunden und sie sollte ein noch größerer Verkaufsschlager werden als schon die Konservendose. Im Januar 1935 kam in den USA das erste Dosenbier auf den Markt und allein im Jahr der Markteinführung gingen rund 200 Millionen Dosen Bier über die Ladentheke. Im Folgejahr wurden die ersten Softdrinks in Dosen in den Handel gebracht.

Von den USA aus gelangte die Bierdose zunächst nach Großbritannien und schon 1937 konnte hier Bier von 23 verschiedenen Brauereien in Dosen erworben werden. In Deutschland kam das erste Dosenbier erst 1951 auf den Markt. Eine Frankfurter Brauerei erhoffte sich davon, ihr Bier so an die amerikanischen Soldaten, die in Deutschland stationiert waren, verkaufen zu können.

Der Mut der Brauerei sollte belohnt werden. Gleichzeitig erkannte der Handel die großen Vorteile, die die Getränkedose mit sich brachte. So konnten die Dosen gut gelagert und problemlos transportiert werden. Anders als Glasflaschen waren sie nicht zerbrechlich und zudem waren sie sehr praktisch, denn immerhin waren sie Verpackung und Trinkgefäß in einem. Mit etwas Verspätung wurde so die Getränkedose auch in Deutschland zum Kassenschlager.  

Wie bei den Konservendosen war aber auch bei den Getränkedosen das Öffnen ein Problem. Die frühen Dosen brachten ein Stanzwerkzeug als Dosenöffner mit, mit dem eine dreieckige Öffnung in den Deckel gedrückt werden konnte. Nach zahlreichen anderen Versuchen und Varianten gelang es schließlich erst mit dem sogenannten Lift-Tab, einer Art Öse zum Aufziehen der Dose, eine praktische und funktionale Öffnungsmöglichkeit zu entwickeln.

Das war 1964. Die Dosenhersteller sind aber nach wie vor darum bemüht, den Verschluss für die Dose zu optimieren und die perfekte Öffnungsmöglichkeit zu kreieren. So ist es gerade einmal sieben Jahre her, dass die erste Getränkedose, die wieder verschließbar ist, präsentiert wurde. 

 

Blech, Glas und Kunststoff als Verpackungsmaterial

2003 wurde in Deutschland das Dosenpfand eingeführt. Auf die Konservendose hatte das keine Auswirkungen, der Umsatz mit Getränkedosen hingegen verringerte sich drastisch. Seit einiger Zeit scheint die Getränkedose aber ein Comeback zu erleben. Umweltschützer bedauern diesen Trend, denn sie sehen Glasflaschen, PET-Flaschen und Tetrapacks in Sachen Ökobilanz klar vorne.

Die Dosenhersteller halten dagegen, dass die Dose in den vergangenen zwei Jahrzehnten weiterentwickelt und verbessert wurde. Zudem ist die Technik mittlerweile soweit fortgeschritten, dass das verwendete Material zu über 95 Prozent recycelt werden kann.

Es bleibt abzuwarten, ob die Dose noch einmal an die alten Erfolge anknüpfen kann. Jedenfalls ist sie als Verpackungsmaterial kaum wegzudenken und schlimmstenfalls kann sie ja immer noch ausgewaschen und bunt bemalt oder mit einer hübschen Folie beklebt zum Blumentopf, zur Blumenvase, zum Kerzenständer oder zum Aufbewahrungsbehälter für Kleinkram umfunktioniert werden.

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