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Falten und Risse in Selbstklebefolien vermeiden

Knicke, Falten, Risse und Kratzer in Selbstklebefolien

vermeiden – die wichtigsten Punkte

 

An sich ist die Verarbeitung von Selbstklebefolien nicht allzu schwierig. Je nach Folienart und Untergrund wird die Folie in einem Trocken- oder einem Nassklebeverfahren angebracht und da zusammen mit der Folie in aller Regel auch eine ausführliche Anleitung geliefert wird, sollte auch der Laie eine Folie ohne größere Schwierigkeiten verkleben können.

 

In den meisten Fällen wird eine Folie als Schutz oder zu dekorativen Zwecken auf eine Fläche aufgezogen. Um so ärgerlicher ist es dann aber, wenn sich auf der Folie Knicke, Kratzer oder gar Risse zeigen. Diese im Nachhinein wieder zu beseitigen, ist nur bedingt möglich. Aus diesem Grund sollte schon bei der Verarbeitung darauf geachtet werden, dass Beschädigungen erst gar nicht entstehen.

 

Die wichtigsten Punkte, um Knicke, Falten, Risse und Kratzer in Selbstklebefolien vermeiden, fasst die folgende Übersicht zusammen:

 

Die Folie vor dem Verkleben kontrollieren.

Selbstklebefolien werden auf großen Maschinen in riesigen Bahnen hergestellt und nach dem Zuschnitt auf kleinere Rollen aufgerollt. Dabei kann es in Einzelfällen zu Kratzern kommen. Bevor eine Folie verarbeitet wird, sollte sie daher immer auf Kratzer, andere Beschädigungen oder auch fehlerhafte Muster kontrolliert werden.

Vor allem bei kleineren Folienabschnitten, die eng gerollt verschickt werden, können aber auch auf dem Transportweg oder bei einer längeren Lagerung Knicke entstehen. Die gelieferte Folie sollte deshalb möglichst zeitnah verarbeitet oder zumindest ausgerollt und flach liegend zwischengelagert werden.

 

Die Fläche sehr gründlich reinigen.

Kratzer und Risse entstehen häufig dadurch, dass die Oberfläche, die beklebt werden soll, nicht gründlich genug gereinigt wurde. Bleiben Schmutzpartikel, feine Sandkörner oder andere Verunreinigungen auf der Oberfläche zurück, befinden sich diese später in dem Zwischenraum oder in dem Wasserfilm zwischen der Oberfläche und der Folie.

Wird die Folie dann angedrückt und ausgestrichen, drücken sich die Partikel durch den Druck der Rakel durch die Folie durch und hinterlassen minimale Beulen, Kratzer oder gar Risse. Sehr wichtig ist daher, die zu beklebende Oberfläche sehr sorgfältig zu reinigen.

Dabei ist es am besten, die Fläche zuerst zu säubern, anschließend Schmutzreste mit einer Klinge zu entfernen und die Fläche unmittelbar vor dem Verkleben der Folie noch einmal zu reinigen. 

 

Die Folie richtig von der Trägerschicht abziehen.

Knitterfalten in Klebefolien sind häufig das Ergebnis von einem fehlerhaften Abziehen des Trägerpapiers. Hobby-Heimwerker legen die Folie gerne auf irgendeinen Untergrund, beispielsweise den Fußboden, und reißen die Trägerschicht regelrecht runter.

Durch den Fußboden als Untergrund können aber Staubpartikel, feine Sandkörner oder Haare auf der Klebeschicht landen. Vor allem wenn die Folie dann auf eine glatte Fläche wie eine Fensterscheibe aufgezogen wird, kann dies sehr ärgerlich sein, denn die Verschmutzungen werden und bleiben sichtbar. Durch das zu schnelle oder unregelmäßige Abziehen des Trägerpapiers können Falten und Knicke entstehen.

Bei kleinere Folienstücken sollte die Folie daher auf einen sauberen Tisch gelegt und das Trägerpapier behutsam und vor allem gleichmäßig abgezogen werden. Ist die Folie größer, sollte das Abziehen zu Zweit und in der Luft erfolgen. Dabei hält der eine die Folie an der Oberkante fest, während der andere das Trägerpapier gleichmäßig abzieht.

 

Geeignetes und sauberes Werkzeug verwenden.

Um eine Selbstklebefolie glatt anzubringen, wird sie meist mit einer Rakel angedrückt und ausgestrichen. Dabei hat es sich bewährt, in einem zweistufigen Verfahren zu arbeiten. Im ersten Schritt wird die Folie angelegt und leicht angedrückt. Dazu wird die Rakel mit wenig Druck und in einem flachen Winkel über die Folie geführt.

Im zweiten Schritt wird die Folie dann mit etwas mehr Druck von der Mitte aus zu den Rändern hin festgedrückt und glatt ausgestrichen. Durch das zweistufige Verfahren wird verhindert, dass zu viel Druck beim Anbringen zu Kratzern führt. Um die Folienoberseite zusätzlich zu schützen, kann die Folie leicht befeuchtet werden.

Viele Folien werden bereits mit einer geeigneten Rakel geliefert oder die Rakel kann beim Folienlieferanten erworben werden. Anstelle einer Rakel kann aber auch ein Lineal, ein Holzstück, eine Kreditkarte oder ein anderer Gegenstand mit einer geraden und ebenen Kante verwendet werden.

In diesem Fall sollte der Gegenstand allerdings mit einem weichen Tuch oder einem Stück Filz umwickelt werden, um Kratzer und Risse durch scharfe Kanten zu verhindern. Da aber auch Stoff eine scheuernde Wirkung haben kann, sollten sicherheitshalber entweder die Folienoberseite oder der Stoff befeuchtet werden. Dass das Werkzeug sauber sein muss, versteht sich dabei von selbst.  

 

Hilfsmittel bereitlegen.

Beim Anbringen von Selbstklebefolien, die meist nass verklebt werden, gibt es neben der Rakel zwei wichtige Hilfsmittel, die unbedingt bereitstehen sollten. Das erste Hilfsmittel ist eine Sprühflasche, die mit einem Wassergemisch befüllt ist. Grundsätzlich sollte dabei nur eine saubere Sprühflasche verwendet werden, denn andernfalls können Schmutzreste und Ablagerungen aus der Flasche auf die Folie gelangen und zu Kratzern führen.

Die Aufgabe des Wassergemisches besteht darin, einen Wasserfilm zwischen der Folie und der Oberfläche herzustellen, über den die Folie gleiten kann. Reines Wasser reicht hierfür nicht aus, denn auf einem Film aus reinem Wasser würde die Folie nicht gleiten, sondern lediglich hin- und hergeschoben werden.

Da die Folie dadurch wiederum unterschiedlich stark an der Oberfläche haftet, können Falten und Knicke entstehen. Aus diesem Grund muss dem Wasser ein Mittel hinzugefügt werden, das die Oberflächenspannung des Wassers bricht. In diesem Zusammenhang wird oft geraten, ein paar Tropfen Spülmittel in das Wasser zu geben. Im Prinzip funktioniert dies auch, allerdings sind nicht alle auf dem Markt erhältlichen Spülmittel gleichermaßen gut geeignet.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher im Zweifel besser zu einem Additiv greifen, das speziell für die Verklebung von Folien konzipiert und beim Folienhersteller erhältlich ist.  

Das zweite Hilfsmittel ist eine Wärmequelle, bei der er sich um einen herkömmlichen Haarföhn, einen Heißluftföhn oder auch ein Feuerzeug handeln kann. Sollte es beim Verkleben doch zu einer Falte oder einem kleinen Kratzer gekommen sein, lassen sich diese mithilfe einer Wärmequelle oft noch entfernen.

Dazu wird die frisch verklebte Folie leicht erwärmt und die Beschädigung dann mit dem Finger oder der Rakel behutsam aus der Folie gestrichen. Wichtig dabei ist aber, die Folie tatsächlich nur kurz zu erwärmen und nicht so sehr zu erhitzen, dass sie schmilzt. Zudem kommt die Qualität der Folie zum Tragen, denn je hochwertiger die Folie ist, desto größer sind die Chancen, dass kleine Kratzer, Knicke oder Falten wieder verschwinden.

 

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