Kunststoff: Ein Allround-Talent vor Herausforderungen

Kunststoff: Ein Allround-Talent vor Herausforderungen

Aus unserer modernen Gesellschaft sind Kunststoffe kaum wegzudenken. Denn es gibt inzwischen kaum einen Bereich des täglichen Lebens, in dem sie nicht präsent wären. Das fängt bei Verpackungsmaterialien, Haushaltsgegenständen oder Textilien an und hört bei Wärmedämmungen oder Lacken auf. Doch angesichts der Umweltauswirkungen ist die Branche umstritten und ruft immer mehr Kritiker auf den Plan.

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Kunststoff Ein Allround-Talent vor Herausforderungen

Die Frage ist deshalb: Wie lässt sich Kunststoff als echtes und wichtiges Allround-Talent mit dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit vereinen?

Wir schauen uns in diesem Beitrag einige Anwendungsbereiche von Kunststoffen an und beleuchten die Bemühungen der Kunststoffindustrie um eine umweltfreundlichere Zukunft:

Die sechs wichtigsten Kunststoffe

Es gibt eine enorme Vielzahl an Kunststoffen, die unterschiedlichste Zusammensetzungen haben können. Sie alle haben aber gemeinsam, dass es sich um Werkstoffe aus Makromolekülen handelt. Die technischen Eigenschaften sind ebenfalls vergleichbar.

So kennzeichnen sich Kunststoffe durch Formbarkeit, Bruchfestigkeit und Elastizität. Außerdem sind sie beständig gegenüber Wärme, Witterung, Feuchtigkeit und vielen Chemikalien. Alle diese Punkte machen sie in vielen Bereichen des täglichen Lebens unersetzlich.

Doch obwohl es unzählige Kunststoffe gibt, entfallen rund 90 Prozent der weltweiten Produktion auf diese sechs Kunststoffe:

  • Polyethylen (PE): Mit HD-PE, LLD-PE und LD-PE ist Polyethylen in drei verschiedenen Qualitäten erhältlich. Je nach Qualität werden aus diesem Kunststoff zum Beispiel Flaschen, Fässer, Getränkekästen, Behälter oder Gehäuse hergestellt. Aber auch für Tragetaschen und Verpackungsfolien, etwa für Papiertaschentücher, Bücher oder CDs, wird Polyethylen verwendet.

  • Polypropylen (PP): Das größte Anwendungsgebiet von Polypropylen sind Lebensmittelverpackungen. Daneben werden Fahrzeugteile wie Scheinwerfer- und Luftfiltergehäuse, Spoiler, Gaspedale oder Sitzbezüge aus dem Kunststoff gefertigt. Im Bauwesen kommt PP ebenfalls zum Einsatz, so zum Beispiel für Gartenmöbel, Möbelscharniere, Toilettendeckel oder als Kunstrasen. Auch Koffer, Brillenetuis und medizinische Geräte bestehen aus Polypropylen.

  • Polyvinylchlorid (PVC): Eigenschaften wie Härte, Steifigkeit, schwere Entflammbarkeit und Beständigkeit gegen sehr viele Substanzen machen PVC zu einem echten Allrounder. Die Anwendungen reichen von Bodenbelägen über Schläuche bis hin zu Kunstleder und Gartentischdecken.

  • Polystyrol (PS): Vor allem in der Elektrotechnik ist PS weit verbreitet, zum Beispiel als Isolierung für Kabel oder Material für Gehäuse. Daneben wird Polystyrol als Dämmstoff eingesetzt und auch einige Verpackungen bestehen aus diesem Kunststoff.

  • Polyurethan (PU): Die wichtigste Anwendung von PU sind Schaumstoffe, die sich unter anderem in Matratzen, Sitzmöbeln, Schwämmen oder Dämmmaterial wiederfinden. Auch beim Rostschutz von Fahrzeugkarosserien spielt Polyurethan eine wichtige Rolle.

  • Polyethylenterephthalat (PET): Die PET-Flasche dürfte jeder kennen. Aber der Kunststoff wird auch in der Elektrotechnik, im Maschinenbau und in der Medizin verwendet. Computer und Haushaltsgeräte enthalten ebenso PET wie Zahnräder, Lager oder Gefäßprothesen.

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Viele Industrien profitieren

Schon die wenigen Beispiele, die wir eben genannt haben, machen deutlich, wie allgegenwärtig Kunststoffe sind. In der Medizin revolutionierte der Werkstoff sogar etliche Prozesse.

Ob bei Implantaten, Verbandsmaterial oder Hightech-Geräten, Kunststoffe spielen eine zentrale Rolle. Eigenschaften wie Formbarkeit, Sterilität, Undurchlässigkeit von Flüssigkeiten und Bruchfestigkeit leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung.

Neben der Medizin ist der Werkstoff auch in der Verpackungsindustrie unverzichtbar. Denn Kunststoff stellt eine effiziente und hygienische Lösung dar. In der Elektronikindustrie ermöglichen Kunststoffe, leichte, flexible und langlebige Hightech-Geräte zu bauen, die wir in unserem Alltag längst nicht mehr missen möchten.

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Im Bauwesen sorgt der Werkstoff für energieeffiziente Dämmung, solide Fenster und Türen, moderne Fassadengestaltungen und dekorative Einrichtungselemente. Im Transportbereich tragen Kunststoffe dazu bei, dass Fahrzeuge zunehmend leichter werden und dadurch weniger Kraftstoff verbrauchen und weniger CO2 ausstoßen.

Die Minuspunkte von Kunststoffen

Wer die Vor- und Nachteile des vielseitigen Werkstoffs betrachtet und sich die aktuelle Debatte vor Augen führt, stößt schnell auf einen weiteren, wichtigen Pluspunkt: den Preis.

Verglichen mit anderen Materialien sind Kunststoffe oft kostengünstiger. Dadurch werden sie für viele Anwendungen zu einer wirtschaftlichen Wahl.

Hinzu kommt, dass Kunststoffe äußerst vielseitig sind und dadurch eine effiziente Massenproduktion ermöglichen. Auch das senkt die Kosten. Bei der Herstellung von Kunststoff werden außerdem insgesamt weniger Energie und Ressourcen verbraucht als bei der Produktion von Metall oder Glas.

Trotzdem steht der Werkstoff in der Kritik. Denn die Kunststoffherstellung geht mit mehreren Problematiken einher:

  • Fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas sind notwendig.

  • Die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energien wird verstärkt.

  • Große Mengen an Treibhausgasen wie CO2 und Methan werden freigesetzt.

  • Der Werkstoff belastet die Umwelt.

  • Viele Kunststoffe sind (derzeit noch) schwer recycelbar.

  • Kunststoffe haben eine lange Zersetzungsdauer und beim Abbau bilden sich schädliche Mikroplastikpartikel.

Der Umgang mit Kunststoff macht notwendig, auch die verschiedenen Umweltaspekte zu berücksichtigen. Denn es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass Plastik das Land und die Meere verschmutzt und die Entsorgung vor große Herausforderungen stellt.

Um die Umweltbelastung zu minimieren und nachhaltige Alternativen zu fördern, führt kein Weg daran vorbei, verantwortungsbewusst mit dem Werkstoff umzugehen und das Recycling von Kunststoffabfällen voranzubringen.

Ansätze für eine nachhaltige Zukunft

Wie die Gesellschaft hat auch die Kunststoffbranche längst realisiert, dass nachhaltiges Handeln ein entscheidendes Gebot der Stunde ist. Um die Umweltbelastung deutlich zu reduzieren, werden bereits diverse Maßnahmen umgesetzt.

Ein zentraler Ansatz sind Initiativen, die Plastikmüll vermeiden. Dazu investieren Unternehmen in die Erforschung und Entwicklung neuer und effizienter Recyclingtechnologien. Es gibt Studien, die belegen, dass eine absolut nachhaltige Kunststoffwirtschaft realisierbar ist.

Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, die Herstellung von biologisch abbaubaren Kunststoffen und von biobasierten Kunststoffen voranzubringen. Biobasierte Kunststoffe sind Werkstoffe, die aus erneuerbaren Quellen wie Algen oder Pflanzen gewonnen werden.

Solche Ersatzwerkstoffe können dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern und die Umweltauswirkungen zu senken.

Kunststoffhersteller arbeiten außerdem schon jetzt mit nachhaltigen Produktionsmethoden. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie vermehrt erneuerbare Energien einsetzen, Ressourcen effizienter nutzen oder in größerem Umfang recycelte Kunststoffe verarbeiten.

Nicht zuletzt gehen die Bemühungen dahin, innovative Designs zu realisieren. Das Ziel ist, Produkte so zu gestalten, dass sie möglichst lange genutzt und einfacher recycelt oder wiederverwendet werden können.

Ein Ansatz hier ist, Produkte zu entwerfen, die leicht zerlegbar sind oder aus einheitlichen Kunststoffen bestehen, um auf diese Weise die Sortierung und die Wiederverwertung zu vereinfachen.

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Mouchamet Ousta

Als Experte in der Produktion und Verarbeitung von Kunststoffen in unseren Unternehmen der BKM - Bremer Kunststoff Manufaktur GmbH, freue ich mich in Zusammenarbeit mit muster-folien.de Ihnen Fachbeiträge, Informationen und Ratgeber vorzustellen.

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