Das zeichnet PE-Etiketten aus

Das zeichnet PE-Etiketten aus

Durch die Polyethylen-Folie sind PE-Etiketten flexibel und nicht besonders steif. Sie werden gerne verwendet, um Lebensmittel und Kosmetikprodukte zu kennzeichnen. Grundsätzlich eignen sich die Etiketten aber bestens für Kanister, Tuben und verformbare Gebinde im Allgemeinen. Wir stellen PE-Etiketten einmal näher vor und erklären, was sie auszeichnet.

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Das zeichnet PE-Etiketten aus

Was sind PE-Etiketten und wofür werden sie verwendet?

Polyethylen, kurz PE, ist ein organischer, thermoplastischer Kunststoff mit einem ähnlichen Aufbau wie Holz oder Pflanzenfasern. Er enthält keine Weichmacher, Schwermetalle oder Silikone.

Polyethylen-Etiketten sind frei von Chlor, Halogen und Schwefel. Aus diesem Grund gehen von ihnen keine giftigen Dämpfe aus. Außerdem können die Etiketten recycelt werden.

Polyethylen gehört inzwischen zum gängigsten und kostengünstigsten Material für Folien. Die Folien werden überwiegend für die Produktion von Etiketten verwendet und haben Etiketten aus PVC weitestgehend abgelöst.

PE-Folie lässt sich sehr gut bedrucken. Auch die Weiterverarbeitung, zum Beispiel durch Stanzen, gestaltet sich unkompliziert. PE-Etiketten werden mit dem Thermodrucker bedruckt.

Dabei können sowohl Harz-Farbbänder als auch Wachs-Harz-Farbbänder verwendet werden. Siegeletiketten und Prüfplatten werden aus einer PE-Folie hergestellt, die speziell behandelt ist.

Weil PE als lebensmittelverträglich gilt, wird es in der Lebensmittelindustrie und auf zahlreichen Hygieneartikeln angewendet. Ein weiterer Einsatzbereich sind Versandetiketten. Denn PE-Etiketten sind resistent gegenüber Feuchtigkeit. Dabei sind die Etiketten sowohl permanent haftend als auch zum Wiederablösen erhältlich.

Ein großer Pluspunkt ist die Biegsamkeit des Materials. Dadurch eignen sich PE-Etiketten für Rundgebinde und für Tiegel, Tuben, Quetschflaschen und andere verformbare Behälter aller Art.

Trotz der Flexibilität kommt das Material mit verschiedenen Umwelteinflüssen gut zurecht.

Was ist Polyethylen?

Wie schon kurz erwähnt, ist Polyethylen ein thermoplastischer Kunststoff. Er entsteht durch Kettenpolymerisation von Ethen. Mit einem Anteil von rund 30 Prozent an der Gesamtmenge zählt PE zu den am häufigsten verwendeten Kunststoffen.

Polyethylen gehört in die Gruppe der Polyolefine und ist ein teilkristalliner, unpolarer Thermoplast. Welche Eigenschaften der Kunststoff hat, hängt vom Verfahren bei der Polymerisation ab.

Denn die Molmasse, die Verteilung der Molmasse, die Kettenlänge und der Grad der Verzweigung lassen sich im Zuge der Polymerisation einstellen.

Entdeckt wurde Polyethylen im Jahre 1898 durch den Chemiker Hans von Pechmann. Die Herstellung leiteten Reginald Gibson und Eric Fawcett im Jahr 1933 ein und nur sieben Jahre später stand ein rentables Produktionsverfahren zur Verfügung.

Die Chemiker Karl Ziegel und Giulio Natta entwickelten 1953 den Ziegler-Natta-Katalysator. Dadurch wurde es möglich, Ethen auch unter Normaldruck zu polymerisieren.

Seit 1957 wird PE kommerziell in großen Mengen als Schrumpffolienverpackung, aber zum Beispiel auch für Kabelisolierungen und Rohrsysteme für Gas und Wasser verwendet.

Die Eigenschaften von PE

Ungefärbtes Polyethylen ist milchig-trüb und matt. Es fühlt sich wachsartig an und ist nicht kratzfest. Der Kunststoff brennt mit einer tropfenden, hellen Flamme und brennt nach dem Entfernen der Flamme weiter.

Chemisch gesehen besteht PE aus Wasserstoff und Kohlenstoff in Form von hochmolekularen Alkanen. Die Copolymerisation ermöglicht, die Eigenschaften von PE systematisch zu verändern.

Gegenüber Laugen, Säuren und diversen Chemikalien ist Polyethylen sehr beständig.

PE ist teilkristallin. Je höher die Kristallinität ist, desto höher sind auch die Dichte sowie die mechanische und die chemische Stabilität. Während PE-LD einen eher geringen Kristallisationsgrad von etwa 35 Prozent hat, sind es bei PE-HD rund 80 Prozent.

Außerdem ist PE-HD lichtdurchlässiger, weshalb dünne Folien transparent sein können. Generell können wir Polyethylen aber in unterschiedlichen Transparenzen von komplett durchsichtig bis völlig undurchsichtig herstellen.

Im Vergleich zu anderen Thermoplasten ist PE weniger steif, hart und fest. Andererseits punktet PE mit einer hohen Dehnbarkeit und Kälteschlagfestigkeit sowie einem guten Gleittreibverhalten. Außerdem ist Polyethylen weniger durchlässig für Gas und Wasserdampf.

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Weil PE ab etwa 80 Grad Celsius anfängt, zu erweichen, ist die Verwendbarkeit etwas eingeschränkt.

Außerdem versprödet der Kunststoff bei Sonneneinstrahlung.

Die Typen von PE

PE wird für Folien und Verpackungen, Hohlkörper, Rohre, Kabelisolationen und vieles andere mehr verwendet.

Aufgrund der verschiedenen Dichten werden bei PE mehrere Typen voneinander unterschieden:

  • PE-HD (oder HDPE) hat schwach verzweigte Polymerketten und weist deshalb eine hohe Dichte auf.

  • PE-LD (oder LDPE) weist eine niedrige Dichte auf, weil die Polymerketten stark verzweigt sind.

  • PE-LLD (LLDPE) ist ein lineares Polyethylen. Die kurzen Verzweigungen der Polymermoleküle führen zu einer niedrigen Dichte.

  • PE-HMW ist ein hochmolekulares Polyethylen und hat längere Polymerketten als PE-HD.

  • PE-UHMW kennzeichnet sich durch die ultrahohe Molmasse.

Während PE-LD und PE-LLD vor allem für Folien eingesetzt werden, kommt PE-HD für Hohlkörper und Spritzgussteile zur Anwendung. PE-UHMW verarbeiten wir zum Beispiel zu Zahnrädern, Gleitbuchsen und Pumpenteilen, aber auch zu Implantaten oder chirurgischem Nahtmaterial. Die Verarbeitung des Kunststoffs erfolgt überwiegend durch Spritzgießen und Blasformen.

Das zeichnet PE-Etiketten aus (1)

Was unterscheidet PE-Etiketten von anderen Kunststoffetiketten?

Etiketten aus Kunststofffolien gibt es in verschiedenen Varianten.

Die gängigsten sind:

  • PE-Etiketten (Polyethylen)
  • PP-Etiketten (Polypropylen)
  • PET-Etiketten (Polyester)
  • PVC-Etiketten (Polyvinylchlorid)
  • PI-Etiketten (Polyimid)

Natürlich gibt es noch weit mehr Kunststoffe. Doch für Etiketten werden sie eher selten verwendet.

Wie wir eben erläutert haben, werden bei PE verschiedene Typen unterschieden. Je nach Typ variieren die Etiketten in der Festigkeit und der Qualität.

Neben PP-Etiketten sind PE-Etiketten die kostengünstige Variante. Verglichen mit PP, PET und PI sind PE-Etiketten deutlich weicher, flexibler und anschmiegsamer. Außerdem sind sie beständig gegenüber Feuchtigkeit, Fetten und Ölen.

Deshalb werden sie gerne eingesetzt, um zum Beispiel Produkte im Kosmetikbereich zu etikettieren. Daneben werden Verpackungen aus PE oft mit PE-Etiketten gekennzeichnet. Denn auf diese Weise kann die Verpackung samt Etiketten recycelt werden.

Obwohl PE-Etiketten feuchtigkeitsresistent sind, sind sie nur begrenzt UV-beständig. Im Außenbereich werden sie deshalb nur für kurzzeitige Anwendungen eingesetzt, so zum Beispiel als Versandetiketten auf Paletten oder zur Kennzeichnung von Containern auf Schiffen.

Die Temperaturbeständigkeit von PE-Etiketten ist mäßig. Je nachdem, mit welchem Klebstoff sie beschichtet sind, bewegt sich die Spanne zwischen -30 und +100 Grad Celsius.

Eine weitere Grenze ergibt sich durch die geringe Steifigkeit. Beim vollautomatischen Etikettieren können eigentlich nur Etiketten aus PE-HD oder einem dickeren Material eingesetzt werden.

Hier sind deshalb PP- oder PET-Etiketten meist die bessere Wahl.

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