Basteln mit Schrumpffolie – Grundanleitung und Ideen

Basteln mit Schrumpffolie – Grundanleitung und Ideen

Schrumpffolie ist eine Plastikfolie, die sich durch Wärme zusammenzieht. Durch diesen Vorgang wird die Folie kleiner, gleichzeitig aber auch etwas dicker und außerdem hart und fest.

Deshalb eignet sich Schrumpffolie hervorragend, um daraus Knöpfe, Schmuck, Lesezeichen, Schlüsselanhänger und viele andere Dinge anzufertigen.

In diesem Beitrag stellen wir das interessante Bastelmaterial vor und geben Tipps zur Verarbeitung:

 

Basteln mit Schrumpffolie – die Grundanleitung

Schrumpffolie ist im Bastelbedarf erhältlich. Sie wird von verschiedenen Herstellern angeboten und es gibt sie als transparente, weiße und schwarze Folie. Schrumpffolie hat immer eine raue und eine glatte Seite. Sie kann mit verschiedenen Stiften bemalt werden und lässt sich problemlos mit der Schere zuschneiden. Danach kommt sie in den Backofen. Hier aber die ausführliche Anleitung Schritt für Schritt!

 

  1. Schritt: die Schrumpfrate ermitteln

Bevor das Basteln beginnt, sollte einmal ausprobiert werden, wie sich die Schrumpffolie verhält. Auf der Verpackung ist zwar oft angegeben, wie stark sich die Folie zusammenzieht. Allerdings sind diese Angaben nur eine Orientierungshilfe und je nach Backofen können die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. Und es wäre schade, wenn die ganze Arbeit umsonst war, weil die eigenen Kunstwerke am Ende zu klein geworden oder zu groß geblieben sind.

Für den Versuch wird ein Streifen Folie zugeschnitten, der 5 cm lang und 2 cm breit ist. Mit dem Locher oder einer Lochzange wird dann noch ein Loch in den Folienstreifen gestanzt. Wer möchte, kann außerdem auch gleich verschiedene Stifte ausprobieren, indem er die Folie auf der rauen Seite bemalt oder beschriftet. Dann kommt das Probestück in den Backofen. Die Temperatur und die Zeit stehen auf der Packung. Meist wird die Folie aber bei etwa 120 Grad zwei bis drei Minuten lang geschrumpft.

Wenn die Folie abgekühlt ist, kann sie ausgemessen werden. Ist der Streifen jetzt beispielsweise nur noch 2,5 cm lang und 1 cm breit, ist klar, dass sich die Folie um die Hälfte zusammenzieht. Anhand der ermittelten Schrumpfrate kann bei den weiteren Bastelarbeiten ausgerechnet werden, wie groß die Teile jeweils hergestellt werden müssen.

 

  1. Schritt: die Folie gestalten

Schrumpffolie hat eine glatte und eine raue Seite. Wenn die Folie bemalt oder beschriftet wird, erfolgt das immer auf der rauen Seite. Denn auf der glatten Seite würde die Farbe nicht richtig halten.

Die benötigte Form kann zuerst mit Schwarz aufgezeichnet und anschließend bunt ausgemalt werden. Genauso ist aber natürlich möglich, auf das Vorzeichnen und einen schwarzen Rand zu verzichten und stattdessen direkt mit den Farben zu beginnen. Zum Bemalen können fast alle Stifte verwendet werden. Bei Kugelschreibern und Buntstiften neigen die Farben allerdings dazu, zu verlaufen. Außerdem wird die Bemalung mit Buntstiften ziemlich dezent. Am zuverlässigsten halten wasserfeste Filzstifte, die auch für kräftige Farben sorgen.

Sind die gewünschten Motive aufgezeichnet und ausgemalt, wird die Schrumpffolie mit der Schere ordentlich ausgeschnitten. Nach dem Schrumpfen ist die Folie fest und sehr hart. Gleichzeitig werden Ecken und spitze Kanten noch etwas spitzer. Deshalb sollten alle Kanten immer abgerundet werden. Dadurch lässt sich vermeiden, dass die Arbeiten pieksen oder sich gar jemand daran schneidet.

In vielen Fällen brauchen die Arbeiten noch ein oder mehrere Löcher, damit sie später wie gewünscht verarbeitet werden können. Die Löcher werden, je nach benötigter Größe, entweder mit dem Locher oder mit einer Lochzange in die Folie gestanzt. Wichtig dabei ist, die Schrumpfrate zu beachten. Denn die Löcher ziehen sich genauso zusammen wie die Folie. Deshalb sollten die Löcher nicht zu klein gearbeitet und nicht zu eng nebeneinander positioniert werden.

 

  1. Schritt: die Folie schrumpfen

Die vorbereiteten Bastelarbeiten werden nun auf einem Backblech verteilt, das mit Backpapier ausgelegt ist. Die bemalte oder beschriftete Seite der Folie zeigt dabei nach oben. Gemäß Herstellerangaben wird die Folie dann geschrumpft. Meist kommen die Arbeiten bei 120 Grad für wenige Minuten in den Backofen.

Beim Schrumpfen kräuselt sich die Folie zunächst etwas zusammen und wird wellig. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Wenn der Schrumpfvorgang abgeschlossen ist, ist die Folie wieder glatt und flach. Das ist dann auch der Moment, in dem die Arbeiten aus dem Backofen genommen werden können. Anschließend müssen die Schrumpfmotive etwas abkühlen. Das dauert aber nur wenige Augenblicke.

 

  1. Schritt: die geschrumpften Teile be- und verarbeiten

Es kann sein, dass die Arbeiten an den Kanten etwas rau sind. In diesem Fall können die Kanten mit einer Nagelfeile geglättet werden. Wer möchte, kann die bemalte Seite jetzt noch mit transparentem Sprühlack oder farblosem Nagellack versiegeln. Danach können die Motive wie geplant verarbeitet werden.

 

Basteln mit Schrumpffolie – ein paar Ideen

Aus Schrumpffolie lassen sich die verschiedensten Dinge anfertigen. Fast schon Klassiker sind beispielsweise

  • Knöpfe,
  • Ohrringe,
  • Anhänger für Ketten und Armbänder,
  • Broschen oder
  • Schlüsselanhänger.

Hübsch sehen zudem Lesezeichen aus Schrumpffolie aus. Dafür wird ein Motiv gestaltet, mit einem Loch ausgestattet und auf eine Kordel oder ein Stoffband aufgefädelt.

Eigentlich sind Bastelarbeiten aus Schrumpffolie flach. Allerdings ist es möglich, auch gebogene Gegenstände anzufertigen. Ein breiter Armreif ist ein Beispiel dafür. Und das geht so:

  1. Zuerst wird die gewünschte Breite festgelegt und der benötigte Umfang ermittelt. Vom Umfang werden dann etwa 2 cm abgezogen. Denn der Armreif wird nicht komplett geschlossen.
  2. Anschließend wird anhand der Schrumpfrate ausgerechnet, wie groß das Folienstück sein muss. Ein Rechteck in der entsprechenden Größe wird dann auf der Folie markiert.
  3. Nun kann das Rechteck ausgeschnitten werden. Die Ecken werden dabei abgerundet.
  4. Das Folienstück kann jetzt ganz nach Lust und Laune bemalt oder beschriftet werden. Wer es schlicht mag, kann die Folie aber selbstverständlich auch so lassen, wie sie ist.
  5. Ist die Folie fertig gestaltet, wird sie im Backofen geschrumpft.
  6. Sobald die Folie wieder glatt auf dem Backpapier liegt, ist der Schrumpfvorgang abgeschlossen. Und dann ist Schnelligkeit gefragt. Jetzt wird die heiße Folie nämlich aus dem Backofen genommen – Ofenhandschuhe nicht vergessen! – und um einen Gegenstand gelegt, der ungefähr den Umfang des Handgelenks hat. Das kann beispielsweise ein Glas, eine Vase, ein Nudelholz oder ein ähnlicher Gegenstand sein. Wichtig ist aber, wirklich schnell zu sein. Denn die Folie kühlt sehr schnell ab. Und wenn sie kalt ist, würde sie durch das Biegen brechen.
  7. Sollten die Ecken doch noch etwas abstehen, können sie vorsichtig mit einem Feuerzeug erwärmt und anschließend noch einmal nachgebogen werden.
  8. Ist die Folie abgekühlt, kann sie abgenommen werden. Dann werden die Kanten mit einer Nagelfeile schön glatt geschliffen.

Wer möchte, kann den Armreif jetzt noch mit Klarlack versiegeln. Fertig!

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Veröffentlicht von

Redaktion

Norbert Scheue, 47 Jahre, Verfahrenstechniker Kunsstoff, Yvonne Niemann, 38 Jahre, Mediengestalter in Digital u. Print, Gerd Vogel, 42 Jahre, PG Cutter und Werbetechniker schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Anleitungen zum Thema Folien, Klebefolien, Kunststoffe, Etiketten und Aufkleber für Privat oder Gewerbe.