Alte Plastiktüten zu Folie verarbeiten

Alte Plastiktüten zu Folie verarbeiten

Auch wenn die Vorsätze noch so gut sind: So ganz kommt vermutlich niemand um Plastiktüten herum. Zumal es ja nicht nur die großen Tragetaschen gibt, die für Einkäufe vorgesehen sind.

Folien aus Plastiktüten

Dazu kommen die vielen anderen Kunststofftüten und Beutel, angefangen bei Müllbeuteln über die dünnen Tüten in der Obst- und Gemüseabteilung bis hin zu den Beuteln, in denen Toilettenpapier, Küchenrolle oder Taschentücher eingepackt sind. Ergänzt wird das bunte Plastiktreiben dann noch um allerlei Verpackungen, etwa Gefrierbeutel, Geschenkfolie oder Tütchen mit Bonbons und Schokoriegeln.

Doch wenn es schon nicht geht, Plastik zu vermeiden, so kann doch wenigstens jeder seinen Beitrag dazu leisten, dass die Müllberge nicht noch größer werden. Der einfachste Weg dabei ist, die Kunststoffbeutel, die schon da sind, mehrfach zu verwenden. Nur irgendwann hat eben auch die stabilste Tragetasche ausgedient.

Weil sie ein Loch hat oder weil der Henkel abgerissen ist, zum Beispiel. Selbst dann müssen die Tüten aber nicht weggeworfen werden. Denn alte Plastiktüten lassen sich zu einer stabilen Folie verarbeiten, die dann für die verschiedensten Zwecke genutzt werden kann.

Und wie das geht, erklären wir in dieser Anleitung:

 

Alte Plastiktüten zu Folie verarbeiten – das wird benötigt

  • alte Plastiktüten
  • Schere
  • Backpapier
  • Bügeleisen und Bügelbrett

Alte Plastiktüten zu Folie verarbeiten – so wird’s gemacht

  1. Schritt: die Tüten zuschneiden

Als erstes werden die Tüten in Rechtecke geschnitten. Dazu wird mit der Schere einfach nah am Rand entlang geschnitten. Auf diese Weise fallen die Schweißnähte weg. Sind die Tüten im Bereich der Henkel verstärkt, werden die Griffe ebenfalls abgeschnitten.

Dieser Arbeitschritt ist notwenig, weil die Wärme des Bügeleisens nicht ausreichen würde, um mehrlagige Kunststoffschichten oder Schweißnähte sicher zu verschmelzen. Außerdem könnte die fertige Folie dadurch an einigen Stellen Knubbel haben.

 

  1. Schritt: die Tütenstücke zusammenbügeln

Nun wird zuerst das Bügelbrett mit Backpapier abgedeckt. Auf das Backpapier werden dann zwei Plastikstücke gelegt. Sind die Stücke gleichgroß und sollen sie miteinander verbunden werden, werden sie genau übereinander gelegt. Soll aus den beiden Stücken hingegen ein großes Stück werden, werden die Plastikstücke so hingelegt, dass sie sich ein Stück weit überlappen.

Die Plastikteile werden jetzt erneut mit einer Lage Backpapier abgedeckt. Das Backpapier ist sehr wichtig. Andernfalls wären später sowohl das Bügelbrett als auch das Bügeleisen ruiniert. Deshalb darauf achten, dass die Kunststoffteile auf der ganzen Fläche und auf beiden Seiten zwischen Backpapier liegen!

Das Bügeleisen wird eingeschaltet und auf Stufe 2 erwärmt. Stufe 2 ist die Stufe, mit der normalerweise empfindlichere Gewebe wie Seide, Wolle oder Viskose gebügelt werden. Dann wird mit dem Bügeleisen in gleichmäßigen, eher schnellen Bewegungen über die Fläche gebügelt. Und das solange, bis sich die beiden Kunststoffstücke zu einer Folienschicht verbunden haben.

An dieser Stelle wird es sich nicht vermeiden lassen, ein wenig herumzuprobieren. Denn dickere Plastiktüten brauchen etwas mehr Temperatur, bis sie mit der anderen Schicht verschmelzen. Einige Tüten wiederum schrumpeln zusammen, wenn sie mit Wärme in Kontakt kommen. Das ist dann zwar nicht weiter schlimm. Denn dadurch hat die Folie später eine Zwischenschicht, die einer Luftpolsterfolie ähnelt. Nur ist die Optik der jeweiligen Tüte eben ruiniert. Ganz dünne Beutel wiederum verschmelzen schon bei niedrigsten Temperaturen. Kurzum: Ratsam ist, ist allmählich an die richtige Bügeltemperatur und -dauer heranzutasten. Diese sind erreicht, wenn sich die einzelnen Schichten beim Bügeln miteinander verbinden.

Sind die beiden ersten Kunststoffstücke verschmolzen, wird das nächste Tütenteil aufgelegt und wieder aufgebügelt. So wird immer weiter gearbeitet, bis die Folie die gewünschte Stärke erreicht hat. Je nachdem, was aus der Folie hergestellt werden soll, können das ruhig vier, fünf oder noch mehr Lagen sein.

Ganz zum Schluss wird dann noch einmal über beide Seiten der Folie gebügelt. Natürlich immer noch zwischen Backpapier! Wichtig ist dabei vor allem, dass die Ränder der einzelnen Lagen gut aneinanderhaften. Damit ist die Folie aus alten Plastiktüten fertig.

 

  1. Schritt: die Folie verarbeiten

Die Plastiktüten-Folie kann nun wie gewünscht verarbeitet werden. Dabei lässt sie sich verwenden wie Stoff. Sie kann mit der Schere zugeschnitten, geklebt oder genäht werden. Beim Nähen mit der Nähmaschine ist es allerdings ratsam, eine Naht mit großen Stichen auszuwählen. Denn kurze Stiche hätten viele kleine Löcher zur Folge, durch die die Folie schneller reißen könnte. Es sei denn, die Ränder werden noch mit einem Schrägband verstärkt.

Da die Folie aus alten Plastiktüten robust ist, mit Feuchtigkeit keine Probleme hat, Gewicht aushält und leicht gereinigt werden kann, eignet sie sich prima, um daraus Kulturbeutel, Säckchen für Schmutzwäsche oder Einkaufstaschen zu nähen. Aber auch als Lätzchen, Tischset oder Tischdecke für den Mal- und Basteltisch macht sie sich gut.

Aus der Folie kann ein Mäppchen für Pinsel, eine Auflage für den Gartentisch, eine Schmutzmatte für den Kofferraum oder eine Picknickdecke angefertigt werden. Möglichkeiten gibt es sicher unzählige – und so kommen Plastiktüten in kreativer und optisch ansprechender Form doch noch einmal zu neuen Ehren.

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