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Was ist Schlauchfolie?

Was ist Schlauchfolie?

 

Folien gibt es in unzähligen Varianten und es gibt praktisch keinen Bereich, in dem nicht auch Folien verwendet werden. Ob im Haushalt, in der Industrie, im Handel, in der Landwirtschaft, in der Medizin, im Garten oder im Hobbybereich – überall sind Folien vertreten. Eine Folie, die dabei immer wieder auftaucht, ist die sogenannte Schlauchfolie.

 

Was ist Schlauchfolie und wofür wird sie verwendet?

Eine Schlauchfolie ist ein aufgerollter Schlauch aus Folie. Durch das spezielle Verfahren bei der Herstellung weist eine Schlauchfolie keine Naht in Längsrichtung auf. Eine Schlauchfolie ist also kein zusammengelegtes Stück Folie, das an der Längsseite zusammengeschweißt ist, sondern ein echter Schlauch ohne Nähte.

Schlauchfolien werden in erster Linie für Verpackungen verwendet. Damit eine Schlauchfolie genutzt werden kann, ist aber zum einen eine entsprechende Abrollvorrichtung erforderlich. Zum anderen wird ein Folienschweißgerät benötigt, mit dem die Folie sowohl zusammengeschweißt als auch getrennt werden kann. Teilweise können Folienschweißgeräte auch Luft absaugen, so dass die Gegenstände dann vakuumverpackt sind. Schlauchfolien können in nahezu jeder beliebigen Länge verwendet werden.

Auch sehr große Gegenstände lassen sich somit in Schlauchfolie verpacken. Schlauchfolie wird aber nicht nur für Verpackungen als solches verwendet, sondern wird auch zu anderen Verpackungsmaterialien weiterverarbeitet. So werden beispielsweise Gefrierbeutel, Tragetaschen und Müllsäcke aus Schlauchfolie gefertigt.

 

Woraus besteht Schlauchfolie?

Schlauchfolien werden in aller Regel aus Polyethylen, kurz PE, hergestellt. Polyethylen ist äußerst beständig gegenüber Wasser, Alkohol, Säure, Lauge, Lösungsmittel und Öl. Biologisch abbaubar ist es zwar nicht, allerdings ist eine Wiederverwertung möglich. Wird PE in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt, werden keine Schadstoffe freigesetzt. Schlauchfolien bestehen meist aus dem sogenannten LDPE. LD steht für Low Density, geringe Dichte.

Standardmäßig sind LDPE-Schlauchfolien transparent, was gerade bei Verpackungen durchaus gewollt und auch vorteilhaft sein kann. Eingefärbte Schlauchfolien sind aber ebenso erhältlich und sogar ein Bedrucken ist möglich. Der Schmelzpunkt von LDPE liegt bei 80 Grad Celsius. Dadurch lassen sich die Schlauchfolien recht einfach und zugleich energiesparend verschweißen. Neben Schlauchfolien aus LDPE gibt es auch Schlauchfolien aus HDPE.

HD steht für High Density, hohe Dichte. Diese Schlauchfolien sind zug- und reißfester als LDPE-Schlauchfolien. Allerdings sind sie auch steifer, weniger transparent und haben einen höheren Schmelzpunkt. Für herkömmliche Verpackungen wird deshalb bevorzugt Schlauchfolie aus LDPE verwendet. 

 

Wie wird Schlauchfolie hergestellt?

Schlauchfolien werden in einem speziellen Herstellungsverfahren gefertigt. Dieses Verfahren heißt Extrusion, die Produktionsanlage dazu nennt sich Extruder. Durch die Extrusion kann ein in sich geschlossener Folienschlauch produziert werden, ohne dass einzelne Folienbahnen zu einem Schlauch zusammengeschweißt werden müssen. Das Herstellungsverfahren beginnt mit dem Schmelzen des Polyethylens.

Der geschmolzene Kunststoff tritt dann am sogenannten Folienblaskopf aus einem ringförmigen Spalt aus. Dabei kühlen Luftströme die austretende Schmelze ab, was dazu führt, dass sie vom flüssigen in einen festen Zustand übergeht. Ein weiterer Luftstrom, der von innen kommt, bläht den nun entstandenen Folienschlauch auf, während ein Extrusionswerkzeug für den gewünschten Durchmesser des Folienschlauchs sorgt.

Der abgekühlte Folienschlauch gelangt dann erst zu Abzugswalzen und schließlich zu der Rolle, auf die er aufgewickelt wird. Extrusionswerkzeuge mit unterschiedlichen Durchmessern, verschieden starke Luftströme, variable Abkühlprozesse und andere einstellbare Parameter ermöglichen es, Schlauchfolien in unterschiedlichen Abmessungen und Qualitäten anzufertigen. Schlauchfolien, die als Lebensmittelverpackungen geplant sind, unterliegen jedoch besonderen Anforderungen.

So darf beispielsweise der Luftstrom kaum Partikel enthalten, um mögliche Verunreinigungen der später in der Folie verpackten Lebensmittel weitgehend auszuschließen.

 

Welche Angaben sind beim Kauf von Schlauchfolien wichtig?

In der Produktbeschreibung einer Schlauchfolie sind üblicherweise mehrere Werte angegeben. Diese Faktoren sind im Hinblick auf den gewünschten Verwendungszweck von Bedeutung.

Angegeben sind dabei folgende Größen:

·         Kerngröße.

Eine Schlauchfolie ist auf eine Rolle aufgewickelt. Die Kerngröße gibt an, welchen Durchmesser diese Rolle hat. Dies ist deshalb wichtig, weil der Rollendruchmesser für die vorhandene Abrollvorrichtung geeignet sein muss. Normalerweise haben die Rollenkerne einen Durchmesser von 76 Millimetern und können auf allen gängigen Abrollvorrichtungen genutzt werden.

·         Folienstärke.

Die Stärke einer Schlauchfolie wird entweder in Millimetern oder in Mikrometern angegeben. Ein Mikrometer entspricht 0,001 Millimeter, die Maßeinheit heißt µ. Für herkömmliche Verpackungen wird meist eine Schlauchfolie mit einer Folienstärke von 100 Mikrometern verwendet.

Bei kleinen, leichten oder unempfindlichen Gegenständen reicht oft aber auch eine Folienstärke von 50 Mikrometern aus. Sollen hingegen Gegenstände verpackt werden, die scharfe Kanten aufweisen, ist eine Folienstärke von mindestens 200 Mikrometern ratsam. Gleiches gilt, wenn die Schlauchfolie als Verpackung bei der Entsorgung von problematischen Stoffen gedacht ist. Auch hier muss eine dicke Folie verwendet werden.

 

·         Rollenbreite.

Die Rolle, auf die die Schlauchfolie aufgerollt ist, ist genauso breit wie die Folie selbst. Die Rollenbreite gibt somit die Breite der Schlauchfolie an.

Lauflänge.

Die Lauflänge besagt, wie viele Meter Schlauchfolie sich auf der Rolle befinden.

 

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